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Karden (Dipsacus)

Wissenswertes

Vogel A - Z

Wilde Karde - C. Köbele

trockener Blütenstand - R. Verma

Distelfink auf Schlanker Karde - M. Bosch

Mit ihren kugeligen oder länglichen Blütenköpfen aus unzähligen kleinen zartlila oder gelblich-weißen Blüten und mit den stacheligen Blättern zum Schutz gegen das Gefressen werden sehen sie fast aus wie Disteln. Doch die Karden (Dipsacus) gehören zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie. Im Winter fallen die hohen Stauden besonders ins Auge – ihre trockenen braunen Stängel mit den großen Köpfen sind weithin zu sehen und werden auch gerne zur Weihnachtsdekoration genutzt.

In München finden wir hauptsächlich die einheimische Wilde Karde (Dipsacus fullonum) und die aus Südrussland stammende Schlanke Karde (Dipsacus stringosus), die erst seit ca. 100 Jahren hier vorkommt. Karden sind bei uns weit verbreitet, oft sieht man sie am Wegesrand stehen. Nichtsdestotrotz sind sie spannende Pflanzen: Die Wilde Karde bildet beispielsweise mit ihren am Grund zusammengewachsenen Stängelblättern eine Art Regensammelbecken. Darauf weist auch der lateinische Gattungsname Dipsacus hin. Er stammt vom Altgriechischen dipsa (=Durst) ab. Der deutsche Name Karde bezieht sich dagegen auf das Karden, das Kämmen von Wolle. Denn dazu wurden früher die stacheligen Blütenköpfe verwendet um so die Wolle auf das Spinnen zu Garn vorbereitet.

Beliebt sind die Karden auch bei unseren Wintervögeln, die sich in den kalten Monaten gerne an den ölhaltigen Samen gütlich tun. Der Distelfink (Carduelis carduelis) hat sich hierauf sogar spezialisiert: Mit seinem Schnabel, den er wie eine Pinzette benutzen kann, pult er die länglichen Früchte aus dem Samenstand – keine leichte Aufgabe!

Auf den von uns gepflegten Biotopflächen (LBV-Biotope) sehen wir die eingewanderte Schlanke Karde nicht so gerne. Die Wilde Karde lassen wir aber insbesondere an den Randbereichen stehen – denn die Vögel und Insekten freut‘s. Eine Nachtfalterart, der Rötliche Kardendistelwickler, ist für die Fortpflanzung sogar auf die Wilde Karde angewiesen.