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SIEBENSCHLÄFER: 7 Monate Tiefschlaf, 5 Monate Action

Wissenswertes

Am 27. Juni ist Siebeschläfertag, der einer Bauernregel zufolge das Wetter für die nächsten sieben Wochen beeinflusst. Allerdings geht die Regel auf sieben Heilige zurück und hat nichts mit dem Siebenschläfer zu tun. Das besondere Säugetier ist im Mai aus einem sieben Monate andauernden Winterschlaf erwacht. Damit ist es einer der längsten Winterschläfer im Tierreich. Die kühlen und kalten Monate verbringen Siebenschläfer in kuscheligen Nestern in Erd- oder Baumhöhlen, aber auch in Gebäuden, Schuppen oder Nistkästen. Nicht selten finden wir sie bei der Nistkastenpflege und verschließen den Kasten dann wieder vorsichtig, damit der Bilch ungestört weiterschlummern kann.  

Siebenschläfer werden oft für Mäuse, Ratten oder kleine Eichhörnchen gehalten. Doch Bilche sind eine eigene Familie in der Ordnung der Nagetiere mit weltweit ca. 30 Arten. Bei uns kommen Siebenschläfer, Gartenschläfer, Baumschläfer und Haselmaus vor. Sie sind teilweise stark gefährdet und stehen unter Naturschutz. Weil Siebenschläfer nachtaktiv sind, sieht man sie nur selten.

Erst Tiefschlaf, dann Vollgas: Wenn der Siebenschläfer im Mai aus dem Winterschlaf erwacht, ist Action angesagt - denn er hat nur fünf Monate Zeit für quasi alles: Partnersuche, Familiengründung, Aufzucht der Jungen und Futtersuche sowohl nach als auch vor dem Winterschlaf. Im Sommer fressen Siebenschläfer Obst, Beeren oder Knospen, im Herbst fettreiche Samen wie Eicheln, Bucheckern oder Haselnüsse zum Aufbau der Speckreserven. Im Sommer bringt ein Weibchen 4 bis 6 Junge zur Welt. Nach ungefähr zwei Monaten sind sie selbstständig und bereiten sich auf den ersten Winterschlaf vor.

Schwanz ab bei Gefahr! Um Fressfeinden zu entkommen, können Siebenschläfer ihren Schwanz abwerfen: Werden Sie beispielsweise von einem Baummarder beim Schwanz gepackt, kommt es zum sogenannten Schwanzhautverlust. Haut und Fell reißen ab, nur das Schwanzskelett bleibt. Nach kurzer Zeit verwächst die Stelle - der Schwanz ist nun ein bisschen kürzer.  

Kleine Schlafmützen in den Garten locken: Wer einen Garten hat, kann Siebenschläfern und anderen Wildtieren mit Totholzecken und dichten heimischen Heckenpflanzen Unterschlupf bieten. Haselnuss, Obstbäume und Beerensträucher geben Nahrung. Alte Laubbaumbestände oder auch Nistkästen (Einflugloch mit 5 - 6 cm Durchmesser) dienen als geschützte Tagesverstecke. Auf den Einsatz von Pestiziden sollte in einem naturnahen Garten grundsätzlich verzichtet werden.