
Luca Ernemann ist 21 Jahre alt und einer der wichtigsten Vertreter junger Menschen im bayerischen Naturschutz. Neben seinem Studium der Wirtschaftsinformatik engagiert er sich ehrenamtlich im Vorstand des LBV München und als Vorsitzender der NAJU (Naturschutzjugend) Bayern. Seine „Karriere“ als Naturschutzaktivist startete schon früh – in einer LBV-Naturkindergruppe.
Lieber Luca, wie bist du zu den LBV-Naturkindergruppen gekommen?
Meine Eltern haben mich mit 5 Jahren bei einer Naturkindergruppe angemeldet. Das Selbstbestimmte – also dass Kinder innerhalb eines Rahmenkonzepts selbst entscheiden können, was sie machen wollen – war richtig gut. Wir haben Lager gebaut, geschnitzt, waren beim Erdäpfelklauben … lauter Sachen, auf die wir Lust hatten. Bei den Naturkindergruppen wird man auf seinem Weg unterstützt, egal, welchen man wählt.

Wir hat sich dieser Weg für dich weiter entwickelt?
Meine Gruppenleitungen Stefanie und Michael haben gemerkt, dass ich ein aktiver Mensch bin und gerne mehr machen möchte. Mit 12 Jahren wurde ich gemeinsam mit Michael in den Vorstand der NAJU München gewählt. Ich wurde Jugendvertreter und zur Jahresvollversammlung der NAJU eingeladen, so kam eins zum andern. In den Naturkindergruppen habe ich spielerisch neue Sachen gelernt und meine Interessen ausgelebt – und auch früh Verantwortung übernommen.
Warum sind Naturerlebnisse für Kinder und Jugendliche so wichtig?
Junge Menschen lernen die Schönheit und den Schutzwert der Natur am besten kennen, wenn sie selbst in der Natur unterwegs sind. Man vertieft die Artenkenntnis und entwickelt eine Wertschätzung, beispielsweise für Rohstoffe. Was wir kennen und verstehen, können wir auch schützen – am besten vom frühen Lebensalter an. Außerdem sind Naturerlebnisse Teil einer gesunden Lebensqualität.


Was konntest du aus dieser Zeit „fürs Leben“ mitnehmen?
Wie geht man miteinander um, was ist okay und was nicht? In der LBV-Naturkindergruppe habe ich erste Erfahrungen in Sachen Demokratiebildung gesammelt, denn es wird gemeinschaftlich entschieden und nach einer Lösung gesucht – so, dass am Ende alle zumindest halbwegs zufrieden sind. Diese Erfahrungen nutze ich jetzt im LBV-München-Vorstand und in der NAJU Bayern.
Wie bringst du diese Ehrenämter mit Studium und Privatleben unter einen Hut?
Ich fokussiere mich auf die wichtigsten Sachen, da fällt dann halt auch mal was hinten runter. Und nicht zu vergessen: Ich werde unterstützt, und die Aufgaben liegen nicht alle bei mir allein. Wir machen gemeinsam das, was wir leisten können und wollen.

Was ist das Schönste an deinem Engagement für den Naturschutz?
Die Menschen, mit denen man die Zeit verbringt und sich gemeinsam für eine gute Sache einsetzt. Ich lerne tolle Leute kennen, schließe Freundschaften – und alle haben Bock, zusammen im Naturschutz viel zu erreichen.
Wie schaffst du es, immer motiviert und optimistisch zu bleiben?
Es gibt mir Kraft, dass gewisse Dinge auf lange Sicht alternativlos sind, beispielsweise erneuerbare Energien oder eine nachhaltige Lebensweise. Sich dafür einzusetzen, dass das alles schneller vorangeht, lohnt sich. Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit Freunden und tausche mich mit anderen aus. Die Naturschutzszene hat schon viel erreicht, und es ist wichtig, dass wir weiter kämpfen.
Danke für deine Zeit und die interessanten Einblicke, Luca.
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