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Die Jagd auf Wildvögel muss aufhören

Wissenswertes

Gemäß Tierschutzgesetz ist das Töten von Tieren verboten und sogar strafbar. Erlaubt ist es nur, wenn ein vernünftiger Grund vorliegt. Doch was ist ein vernünftiger Grund im Hinblick auf die Vogeljagd?

Das Rebhuhn gehört zu den stark gefährdeten Vogelarten in Bayern

Auch gefährdete Vogelarten werden geschossen

Rund 200.000 wildlebende Vögel werden jedes Jahr in Bayern geschossen. Die Zahl basiert auf den letzten offiziell veröffentlichten Jagdstrecken. Zu den erlegten Vögeln gehören Arten, die zum Verzehr geeignet sind wie der Fasan, und solche, die als „Schädlinge“ bekämpft werden wie die Rabenkrähe. Doch auch viele andere Vogelarten, bei denen man nicht unbedingt an eine Bejagung denken würde, unterliegen dem Jagdrecht, beispielsweise der Höckerschwan, der Eichelhäher oder das Blässhuhn. Ebenfalls dürfen über 30 teils seltene, gefährdete und stark gefährdete Vogelarten in Bayern unter bestimmten Vorgaben geschossen werden, darunter Krickente, Rebhuhn und Bergente. Einen „vernünftigen Grund“ können wir hier nicht erkennen. 

Als Münchner Vogel- und Naturschutzverein sprechen wir uns klar gegen die Jagd auf heimische Wildvögel aus, vor allem dann, wenn ihr Bestand bedroht ist. Auch die Jagd auf sogenannte „Schädlinge“ lehnen wir ab. Denn egal, ob die Vögel Fische fressen (z.B. Kormoran), an die Getreideaussaat gehen (z.B. Saatkrähe) oder Wiesen verschmutzen (z.B. Graugans): Sie tun dies in erster Linie, weil natürliche Lebensräume und Nahrungsangebote schwinden. Zudem erzielt Abschießen so gut wie nie die gewünschten Effekte, und wenn, dann nur kurzfristig.

Kaum noch Gänsesäger an den Mittleren Isarauen

Besonders protestieren wir gegen die Bejagung des Gänsesägers, der auf der Vorwarnliste der Rote Liste für bedrohte Tierarten geführt wird. Im Rahmen eines Modellversuchs zum Schutz der stark gefährdeten Europäischen Äsche, einer heimischen Fischart, wird der Säger seit einigen Jahren mitten im Europa-Schutzgebiet entlang der Mittleren Isarauen intensiv bejagt. Denn: Gänsesäger sind Wasservögel, die sich von Fischen ernähren, und tragen damit – so das Argument für den Abschuss – zum Aussterben der Äsche bei. 

Bei unserem diesjährigen Monitoring konnten wir im gesamten Gebiet nur noch 4 Gänsesäger zählen. Das kann verschiedene Ursachen haben, eine davon ist die Bejagung. So wird eine potenziell gefährdete Art zugunsten einer stark gefährdeten Art getötet. Aber: Der Abschuss von Wildtieren kann die Probleme nicht lösen, die durch den Verlust an intakten natürlichen Lebensräumen, Klimawandel, Umweltverschmutzung und Freizeitdruck verursacht werden. 

Seit 2024 sind wir mit den zuständigen Behörden im Austausch, um das sinnlose Töten der Gänsesäger in München zu beenden. Denn die Ziele der meisten Jäger und Angler sind dieselben wie die des Naturschutzes: Wir wollen die biologische Vielfalt erhalten und wieder mehr Natur in unseren Landschaften