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Das Wunder des Vogelzugs

Wissenswertes

Unter „Vogelzug“ versteht man die Wanderung von Wildvögeln zwischen ihren Brut- und Überwinterungsgebieten im Frühjahr und Herbst. Dafür legen sie teils tausende Kilometer weite Strecken zurück. Hauptgrund ist die Nahrungsknappheit im Winter, besonders für Insekten- und Samenfresser. Im Herbst ziehen sie daher in wärmere Regionen mit einem guten Nahrungsangebot. Im Frühjahr kehren sie dann in ihre Brutgebiete zurück, um den Nachwuchs aufzuziehen. Viele Zugvögel verlassen uns nach dem Sommer, aber wir bekommen auch Besuch aus dem Norden: die sogenannten Wintergäste wie Bergfink oder Seidenschwanz.

Erstaunliche Fakten über Münchner Zugvögel

  • Der Mauersegler fliegt tausende Kilometer ohne Pause in den Süden und zurück – er lebt quasi in der Luft und schläft sogar im Flug
  • Unser kleinster Zugvogel ist das Sommergoldhähnchen – es ist ca. 6 Gramm leicht
  • Einer der einsamsten Flieger ist der Kuckuck – er flattert meist allein in sein Winterquartier
  • Die meisten Singvögel ziehen bei Nacht, die meisten Greifvögel bei Tag

Welche Zugvogelarten gibt es?

Neben den Standvögeln, die das ganze Jahr bei uns bleiben, unterscheiden wir drei Zugvogel-Kategorien:
- Langstreckenzieher (z.B. Rauchschwalbe, Mauersegler) fliegen ca. 6.000 bis 12.000 km weit nach Afrika bis südlich der Sahara.  
- Kurz- und Mittelstreckenzieher (z.B. Feldlerche, Kranich) ziehen von kühleren in wärmere Regionen Europas und Nordafrikas, von einigen hundert bis zu 6.000 km. 
- Teilzieher (z.B. Buchfink, Zilpzalp) sind Vogelarten, in deren Populationen nur einige Individuen in wärmere Gebiete ziehen, beispielsweise Jungvögel oder Weibchen. 

Wie finden Vögel die richtige Route?

Vögel verfügen über einen geomagnetischen Sinn. Sie nutzen Erdmagnetfeldlinien und deren Einfallswinkel zur präzisen Navigation. Außerdem geben ihnen Sonne und Sterne sowie markante geographische Stellen Orientierung, zum Beispiel Flüsse oder Seen. Eine Art innere Uhr sagt den Vögeln, wann der Zeitpunkt zum Abflug gekommen ist. Zudem spielen Wetter- und Thermikverhältnisse beim Aufbruch eine Rolle. 

Wie gefährlich ist der Vogelzug?

Auf ihrer Reise in den Süden sind die Vögel vielen Gefahren ausgesetzt. Zu natürlichen Gefahren wie Wetterextremen oder Krankheit kommen menschgemachte Bedrohungen: Kollision an Glasscheiben, Orientierungsverlust durch Lichtverschmutzung, Bejagung oder Lebensraumverlust – Millionen von Vögeln überleben die beschwerliche Reise deswegen nicht. 

Gerade bei den Bedrohungen, die wir Menschen verursachen, sind noch viele Änderungen zum Schutz der Vögel nötig. Allem voran gilt es, natürliche Lebensräume und Nistmöglichkeiten zu erhalten. Dafür kämpfen wir mit Ihrer Unterstützung.