
München ist die letzte Millionenstadt in Deutschland, wo noch ursprüngliche Vorkommen vorhanden sind.
Bald beginnt wieder das jährliche Quakkonzert der kleinen knallgrünen Laubfrösche mit ihrer großen, lautstarken Stimme. Während der Paarungszeit quaken die Männchen aus zwei Gründen. Zum einen, um ihr Revier zu verteidigen. Zum anderen, um Weibchen zu imponieren. Übrigens hat jede Froschart einen eigenen, charakteristischen Ruf. So stellt die Natur sicher, dass Weibchen und Männchen derselben Art zueinander finden.
Früher hörte man die Quakkonzerte des Laubfroschs fast überall. Heute sind sie zur Seltenheit geworden. Der Laubfrosch ist in Deutschland gefährdet, in Bayern sogar stark. Grund für den Rückgang des Laubfroschs ist der Verlust seiner natürlichen Lebensräume, die gleich dreierlei ökologische Ansprüche erfüllen müssen.
Während der Fortpflanzungszeit braucht es Laichgewässer, die gut besonnt und reich von Pflanzen bewachsen sind. Als Sommerresidenz werden Hecken mit Versteckmöglichkeiten und sonnigen Sitzwarten benötigt. Und zur Überwinterung muss es geschützte Quartiere wie Baumhöhlen oder Mauerritzen geben.
Damit der Laubfrosch in München erhalten bleibt und sich vermehren kann, unternehmen wir vielfältige Maßnahmen. Durch unsere regelmäßige Biotoppflege sorgen wir für Unterschlupfe und ausreichend Nahrungsangebot. Außerdem kümmern wir uns darum, dass geeignete Laichgewässer zur Verfügung stehen. In den letzten Jahren haben wir etliche neue Gewässer fachgerecht angelegt sowie alte, untauglich gewordene Gewässer saniert.
So auch in der Truderinger Leitungsschneise. Seit einigen Jahren hatte dort eine kleine Laubfrosch-Population damit zu kämpfen, geeignete Laichgewässer zu finden. Einst vorhandene Tümpel waren über die Zeit verlandet. Aus der Not heraus wichen die Tiere auf Wegpfützen aus. Doch teils hielt sich darin nicht lange genug Wasser und der Laich vertrocknete.
Im Rahmen unseres Projekts "Artenhilfsprogramme für München" haben wir 2023 eines der alten Gewässer wiederhergestellt. Letztes Jahr wurden wir prompt mit großartigem Laicherfolg belohnt. Dieses Jahr freuen wir uns auf viele, weitere junge Laubfrösche.

