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Blühende Biotop-Highlights im Frühling

Wissenswertes

Ein wesentlicher Grund, warum wir in München über 1.100.000 m² Biotopfläche pflegen, ist der Erhalt seltener und gefährdeter Arten. Denn ist eine Art erst einmal aus der heimischen Flora oder Fauna verschwunden, ist es unglaublich aufwendig und manchmal sogar unmöglich, sie zurückzuholen. Dass wir in unseren Biotopen über 300 gefährdete Pflanzenarten erhalten können, ist ein großer Erfolg. Schon jetzt im Frühjahr zeigen einige von ihnen ihre ganze Blütenpracht – sie sind unsere TOP 5 unter den Frühblühern!

1. Frühlings-Enzian

So blau blau blau blüht der Enzian … auch bei uns in München! Der stark gefährdete Frühlings-Enzian leuchtet mit strahlend blauen Blüten von März bis Juli. Er kommt in München sehr selten vor und braucht nährstoffarme Böden, z.B. Magerrasen oder Feuchtwiesen. Allerdings ist er ein „Schönwetterblüher“, denn bei Regen oder Temperaturen unter 10 °C bleiben seine Blüten geschlossen.

2. Alpen-Fettkraut

Achtung, Fleischfresser! Die Blätter des Fettkrauts sind Klebefallen, an denen vor allem Insekten und Spinnen haften bleiben, die dann durch Enzyme verdaut werden. So kommt die Pflanze auf nährstoffarmen Böden an den lebensnotwendigen Stickstoff. Im Gegensatz zum lilafarbenen Gemeinen Fettkraut blüht das Alpen-Fettkraut weiß, inzwischen sogar schon ab April.

3. Trollblume

Der „trollige“ Name stammt vom altdeutschen „troll“ = kugelig ab. In München kommt die Trollblume nur noch selten auf Feuchtwiesen vor. Ihre gelben Blüten kann man von Mai bis Juli bestaunen. Zur Bestäubung ist sie auf kleine Insekten angewiesen, die zwischen ihre zusammengefalteten Blütenblätter passen – oder auf große, starke Insekten, die die Blütenblätter auseinanderbiegen können.

Mehlprimel

Die Blattunterseite sieht aus wie mit Mehl überzogen, daher kommt der Name MEHLprimel. Es handelt sich dabei um weißlichen Filz, der als Verdunstungsschutz dient. Der gelbe Ring im Blütenzentrum weist Bestäubern – vor allem Schmetterlingen – den Weg. In München kommt die Mehlprimel nur noch sehr selten vor, da ihre Lebensräume wie Streuwiesen oder Flachmoore verloren gehen. Sie blüht von Mai bis Juni.

Schlauch-Enzian

Und noch ein Enzian! Der stark gefährdete Schlauch-Enzian blüht von Mai bis August und gilt im Münchner Stadtgebiet als ausgestorben. Im Landkreis gibt es nur wenige Nachweise, vor allem in unseren LBV-Biotopen. Er benötigt dauerhaft nasse Flächen und verdankt seinem Namen dem aufgeblasen wirkenden Kelch direkt unter der blauen Blüte.

Alle aufgeführten Pflanzenarten sind geschützt nach der Bundesartenschutzverordnung. Sie dürfen nicht gepflückt oder ausgegraben werden. Versteht sich von selbst, oder?