Zum Hauptinhalt springen
Spenden

Wild-Birne - die Mutter aller Birnen

Wissenswertes

Vogel A - Z

Williams Christ, Gute Luise, Conference und viele andere beliebte Birnensorten haben eins gemeinsam: Sie stammen von der Wild-Birne (Pyrus pyraster) ab. Diese wanderte nach der letzten Eiszeit aus Vorderasien nach Mitteleuropa ein und ist quasi die „Mutter aller Birnen“. Umso erfreulicher war für uns im Frühjahr der genetische Nachweis, dass wir auf zwei Münchner Biotopflächen die wilde Vorfahrin der Speisebirnen beheimaten - in ihrer unveränderten Urform!

Vom Gentest zum Zukunftsbaum

Selbst erfahrene Fachleute können die Wild-Birne ohne Gentest nicht sicher bestimmen, da es zu viele Hybride gibt. Für München ist der Nachweis eine gute Nachricht, denn die Baumart kommt mit Hitze und Trockenheit besonders gut zurecht. Das macht sie zu einem wichtigen heimischen Zukunftsbaum, da Dürreperioden klimawandelbedingt zunehmen. 

Auch für Wildtiere ist die Wild-Birne ein Gewinn. Sie blüht schon früh im Jahr und bietet vielen Insekten Nektar und Pollen - überlebenswichtige Nahrung beispielsweise für Hummelköniginnen, die im Frühjahr neue Völker gründen. Zudem erreichen Wild-Birnen mit bis zu 200 Jahren ein für Obstbäume ungewöhnlich hohes Alter. 

Aus einer Wild-Birne werden viele

Auf unseren Biotopflächen im Norden und Westen der Stadt konnten wir die „Ur-Birne“ in phänomenaler Zahl feststellen - mit 20 Prachtexemplaren an einem Standort. Sie kommt dort gebietsheimisch vor und hat sich über Jahrhunderte hinweg perfekt an die Gegebenheiten vor Ort angepasst. 

Unser Highlight 2026 war die erste Ernte nach den Gentests: kleine harte Mini-Birnen, die durchaus genießbar sind. Zur Nachzucht eignen sie sich allerdings nicht, denn die Blüten werden von Insekten bestäubt, an denen eventuell Pollen anderer Birnenbaumarten haften. Die Früchte könnten also bereits Mischungen verschiedener Arten sein. Daher nutzen wir zur Vermehrung Stecklinge, die später auch an anderen Standorten ausgepflanzt werden und die Münchner Flora bereichern. 

Das Projekt Wild-Birne wird durch ein Artenhilfsprogramm vom Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München unterstützt. Die Programme fördern gezielt besonders gefährdete Arten im Stadtgebiet.