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Kleine Ansammlung von Torfmoosen ©U. Schwab
Kräftig rotes Sphagnum capillifolium ©U. Schwab
Sphagnum capilli. in grün-roten Tönen ©U. Schwab
Die Gattung der Torfmoose (Sphagnum) haben wohl die meisten schon einmal unbewusst wahrgenommen. Ist sie doch mit ihren vielen Vertretern nicht nur bei uns, sondern auf der gesamten Nordhalbkugel heimisch. Unzählige Arten, die sich insgesamt für den Laien nur wenig unterscheiden, bevölkern auch Südamerika und Afrika. Von den anderen Moosen hebt sich die Gattung jedoch deutlich ab. Ihr Aufbau, der rein optisch an Blätter und Äste höherer Pflanzen erinnert, ist kaum zu verwechseln.
Sphagnum capillifolium (Abb.) ist einer der heimischen Vertreter der - wie der deutsche Name Torfmoose nahelegt - in Hochmooren für die Bildung des Torfkörpers verantwortlich sind. Dieser entwickelt sich größtenteils aus den abgestorbenen Sphagnummoosen, die auf Grund des sauren Milieus und des mangelnden Sauerstoffs nur teilweise zersetzt werden. So wächst Generation auf Generation zu vielen Schichten heran.
Faszinierend sind die Umstände, die den Moosen ihre besondere Farbgebung verleihen. Um die ca. 30-fache Menge ihres Trockengewichts an Wasser speichern zu können, besitzen sie viele spezialisierte Zellen ohne Chlorophyll, die nicht mehr der Photosynthese dienen. Diese Zellen sind dafür verantwortlich, dass Sphagnumarten grün bis rot, sogar manchmal weiß sein können.
Für den Torf in den heute selten gewordenen Mooren fand der Mensch Verwendung. Sei es als Energielieferant bis ins 20. Jahrhundert hinein, oder sogar als sterilisierender Wundverband wurde Torf und das Moosgeflecht benutzt. Heutzutage sind vor allem die großen Moorgebiete in Südamerika und den baltischen Ländern durch anhaltenden Torfabbau gefährdet. In Torf aus Sphagnumarten ist mehr CO2 gebunden als in sonstigen pflanzlichen Quellen. Jeder kann einen Beitrag leisten, um diese wichtige, natürliche CO2-Senke zu bewahren, z.B. mit "Gärtnern ohne Torf".