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Silberdistel (Carlina acaulis)

Wissenswertes

Vogel A - Z

Silberdistelblüte - M.Graf

Silberdistel in der Langwieder Heide - J.Lohrengel

Silberdisteln mit Pappus -C.Weiß

Die Silberdistel ist wohl den meisten Leuten bekannt – auf herbstlichen Bergtouren gehören sie einfach dazu. Aber wussten Sie, dass man auch bei uns in München Silberdisteln bewundern kann?

Die Pflanzen wachsen auf Kalkmagerrasen und sind meistens schon von weitem zu sehen: die silbern leuchtenden Hüllblätter dieser Korbblütler sind gut zu erkennen. Doch sie reflektieren nicht nur für uns sichtbares Licht, sondern auch UV-Strahlung. Bestäuberinsekten können ultraviolettes Licht wahrnehmen und werden so zum Nektar  geleitet. Die Kronenröhre ist mindesten 10mm lang, sodass die Bestäubung nur durch langrüsselige Insekten, wie z.B. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, erfolgen kann. Doch es gibt auch eine Art die noch mehr auf die Silberdistel spezialisiert ist: der Distelrüsselkäfer (Larinus pallinis) bestäubt die Distel und seine Larven leben nur im Boden der Blüte.

Die Ausbreitung der Pflanze ist sehr vielfältig: Zum einen bildet die Pflanze genau wie der Löwenzahn einen sogenannten Pappus, sodass sich die kleinen Schirmchenflieger durch den Wind ausbreiten können. Meistens heften sich jedoch die Hüllblätter an vorbeistreifende  Tiere, die Früchte werden dann im Fell transportiert. Doch auch Körnerfresser wie Vögel tragen zur Verbreitung bei. Schließlich gibt es noch eine vierte Methode: Die Korbböden werden von der Pflanze gelöst und rutschen durch den Wind über den Boden.

Genauso vielseitig wie die Ausbreitung der Pflanze ist die Verwendung der Silberdistel durch den Menschen. Heute wird die Pflanze hauptsächlich als Zierde in Steingärten angepflanzt. Doch in früheren Zeiten wurde die Wurzel der Pflanze in der Medizin und Magie benutzt. In der Volksheilkunde verwendete man die Silberdistel als Grippe- und harntreibendes Mittel, in der Tiermedizin als Mast- und Brunstpulver. Doch Vorsicht: Die ätherischen Öle der Wurzel enthalten zwar zwischen 80 und 90% des antibakteriell-wirksamen Carlinaoxids, dieses ist bei der inneren Anwendung allerdings toxisch. Besser verträglich sind die jungen Blätter und Blütenböden, diese wurden ähnlich wie Artischocken zubereitet oder roh gegessen, was der Pflanze auch den volkstümlichen Namen „Jägerbrot“ verlieh.  Allerdings steht die Silberdistel bayernweit auf der Vorwarnliste und ist regional gefährdet, sodass die Pflanze heutzutage nicht mehr gepflückt werden darf. Vielleicht kennen Sie die Silberdistel auch unter dem Namen „Wetterdistel“? Dies beruht darauf, dass sich die Blüten bei feuchtem Wetter schließen, sodass man Wetterumschwünge leicht vorhersehen kann.

 

Möchten Sie auch lernen an Hand der Pflanze das Wetter vorherzusehen? Dann machen Sie mit bei der LBV Biotoppflege! Die Silberdistel blüht von Juli bis Oktober und ist damit auch noch jetzt in unseren Biotopen an der Allacher Heide und Langwieder Heide zu sehen. Mehr Informationen dazu hier.