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Frühjahrsblüher: Raues Veilchen und Echte Schlüsselblume ©U. Schwab

Kolonie Rauer Veilchen ©U. Schwab
Viola hirta - das Raue Veilchen ist einer der ersten Frühjahrsblüher. Bevorzugt findet man es an wärmeliebenden Säumen auf kalkhaltigen Lehmböden, sobald die Sonne etwas höher steht und den Schnee vertrieben hat. Verwandt ist das Raue Veilchen mit dem bekannteren März-Veilchen/ Duftveilchen (Viola odorata) und dem Wilden Stiefmütterchen (Viola tricolor).
Der Artname „hirta“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet haarig oder struppig. Wie der deutsche Name „Raues“ Veilchen, gibt es einen Hinweis auf die behaarten Blätter. Die Blütenstiele entspringen aus den Achseln der grundständigen Blätter. Das Raue Veilchen sieht dem März-Veilchen sehr ähnlich, doch im Gegensatz zu diesem ist es, wie fast alle anderen Vertreter der Gattung Viola, geruchslos. Veilchen neigen zur Bastardisierung, d.h. verschieden Arten können sich untereinander befruchten. So entstehen Kreuzungen die Merkmale beider Elternarten aufweisen. Eine konkrete Bestimmung kann dadurch erschwert werden.
Viele Veilchen benutzen Ameisen als „Gärtner“ um sich zu verbreiten. An den Samen der Veilchen bildet sich ein nahrhafter Anhang, ein sogenannter Arillus. Dieser dient den Ameisen als Nahrung und wirkt als Anreiz, den Samen teilweise über weite Strecken zu transportieren. Den Raupen des Kaisermantels und einiger Perlmuttfalter dient das Raue Veilchen ebenso als Futterpflanze, jedoch ohne selbst davon einen Nutzen zu haben. Der Nutzen für den Menschen bezieht sich hauptsächlich auf das Duftveilchen, das oft nur als „Veilchen“ bezeichnet wird. Wegen seines Aromas wird der Verwandte des Rauen Veilchens geschätzt, sei es als Parfum oder in Form von Veilchenpastillen. Verwendung in der Pflanzenheilkunde findet es kaum mehr. Früher wurde es als Hausmittel, vor allem bei Husten und schorfigen Entzündungen der Haut angewandt.