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Gewöhnliches Fettkraut (Pinguicula vulgaris)

Wissenswertes

Vogel A - Z

Vorsicht Fleischfresser – ein Pflanzenportrait über das außergewöhnliche Gewöhnliche Fettkraut

Die violette Blüte des Fettkrauts (© LBV).

Ein seltener Anblick: Ein dichter Bestand des Fettkrauts (© U. Schwab).

Sticht hervor: Die hellgrüne Rosette (© U. Schwab).

Seinen Namen trägt das Fettkraut wegen der fettig erscheinenden Blätter.
Speckig leuchten einem die hellgrünen, sternförmigen Blattrosetten entgegen. Die Blattoberseite glänzt wegen der Sekrete, denn: Die Blätter dienen dem karnivoren Fettkraut nicht nur zur Photosynthese, sondern auch zur Verdauung. Mit gestielten Klebdrüsen hält es kleine Insekten und Spinnen auf der Blattoberseite fest. Wenn Beute gefangen wurde, sondern ungestielte Drüsen Verdauungssekrete ab und lösen Proteine aus dem Organismus heraus. Damit besonders viele Drüsen mit dem Körper in Verbindung kommen, rollt das Fettkraut seine Blätter um die Beute herum ein. Die so gewonnen Nährstoffe werden anschließend vom Blatt absorbiert. Der Speiseplan des Fettkrauts beinhaltet neben Insekten und Spinnen übrigens auch vom Wind herangewehten Pollen.


Da die Pflanze seine Nährstoffe über die Blätter bezieht und nicht aus dem Boden, ist das Wurzelwerk des Fettkrauts nur schwach ausgebildet. Im Winter wird es sogar ganz zurückgebildet, um im Frühjahr dann wieder neu zu entstehen.
Im Mai wachsen aus der Mitte der Blattrosette mehrere bis zu 15 cm lange Blütenstiele. Darauf sitzt je eine violette Blüte, die vor allem von Bienen bestäubt wird. Die vergleichsweise hohen Blütenstiele dienen dem Schutz der Bestäuber vor den gefährlichen Blättern. Durch die räumliche Distanz sollen die Bienen diesen nicht zu nahe kommen.
Die Samenkapseln des Fettkrauts sind leicht und werden vom Wind und von Tieren verbreitet und können sogar schwimmen.

 

Das ist wichtig, denn das Fettkraut mag es nass. Sein Lebensraum sind Flach- und Quellmoore, die Böden sind meist nährstoffarm. Im Raum München ist es auf den wenigen noch verbliebenen Niedermoorstandorten zu finden. Der Lebensraum des Fettkrauts ist durch Entwässerung und Überdüngung stark zurückgedrängt worden. Heute sind alle Pinguiculaarten gefährdet und somit streng geschützt. Falls Sie ein Fettkraut sehen – freuen Sie sich, aber lassen Sie es bitte stehen.