Vogel A - Z

Wohlriechender Lauch (Allium suaveolens); Foto: C. Köbele
Gewöhnlicher Augentrost (E. officinalis), Foto: C. Weiß
Der deutsche Name lässt es bereits erahnen – ja, der Augentrost wird arzneilich zur Behandlung der Augen verwendet. Aber auch der Gattungsname Euphrasia (griechisch = Wohlbefinden, Freude) deutet auf die Verwendung bei Augenleiden hin. Doch wie genau wurde diese Pflanze zum Heilmittel für Augenleiden?
Schon die alten Ägypter verwendeten die Signaturenlehre, die besagt, dass Heilpflanzen Kennzeichen tragen, die verraten, welche Krankheiten sie heilen können. Auch der Augentrost trägt derartige Kennzeichen: Die Blüten ähneln Augen und Wimpern. Hauptinhaltsstoffe sind aromatisch duftende harzartige Substanzen, die tatsächlich auch eine antiseptische Wirkung aufweisen.
Beliebte Wuchsorte sind magere Wiesen und Weiden, aber auch an Strandwiesen ist die einjährige, 5 -30 cm hohe Pflanze häufig zu finden. Als Halbschmarotzer ist sie zwischen ausdauernden Pflanzen durchaus konkurrenzfähig, indem sie mittels Saugwurzeln das Xylem ihrer Wirtspflanze anzapft. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Bienen und Schwebfliegen. Dabei hat sich die Blüte einen raffinierten Mechanismus einfallen lassen. Bei Berührung der Staubbeutel rieselt der trockene Pollen auf ihre Besucher herab. Die gelben Saftmale, die auf der Unterlippe zu finden sind, werden auch als Staubbeutelattrappen gedeutet, da die Blüten auch außerhalb der männlichen Phase angeflogen werden. Ihre Früchte bestehen aus 2-klappigen Kapseln, die im trockenen Zustand offen sind. Die Verbreitung der Samen erfolgt vor allem über Wind und Tiere.