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Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Wissenswertes

Vogel A - Z

Die eine rot, die andere blau – Die Blüten des Lungenkrauts

Geflecktes Lungenkraut: Ungeöffnete, junge Blüten rot – aufgeblühte, ältere Blüten violett ©B. Huber

Geflecktes Lungenkraut mit den charakteristischen weißgefleckten Blättern ©B. Huber

Geflecktes Lungenkraut ©B. Huber

Das gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist in ganz Europa verbreitet, Ausnahme ist dabei Norwegen. Bei uns in Deutschland ist dieser unter vielen Namen bekannte Frühjahrsblüher, dessen Blüten gerne von der Gemeinen Pelzbiene besucht werden, vielerorts in Buchenmischwäldern anzutreffen. Erkennen und Bewundern ist am leichtesten während der Blütezeit von März bis Mai, denn dann sieht man den charakteristischen Blütenstand mit den roten und blauen Blüten an einer Pflanze. Für den Rest des Jahres muss man schon nach den gefleckten, namensgebenden Blättern suchen. Wenn man sich die Mühe macht, eine blühende Pflanze über 3-4 Tage zu beobachten, wird man feststellen, dass die Blüten des Lungenkrauts sich während des Blühens von Rot nach Blau-violett verfärben. Dies beruht auf einer Veränderung des pH-Wertes in den Blütenblättern, welcher wiederum die Lichtabsorption des Farbstoffes in den Blütenblättern verändert. Diese Farbstoffe der Gruppe der Anthocyane finden sich in vielen Pflanzen, z.B. auch in der Frucht der Brombeere in der sie sich ähnlich zeigen. Während der Reife verfärbt sich diese von grünlich-rosa in ein kräftiges Schwarz-violett. Ein ähnliches Beispiel kennt man vielleicht aus dem Schulunterricht, wo gerne Lackmus als Test für den pH-Wert von Flüssigkeiten verwendet wird.

 

Hänsel und Gretel, Brüderchen und Schwesterchen, Blaue Schlüsselblume, Fleckenkraut, Himmelschlüssel, Lungenwurz, Ungleiche Schwestern, Unser lieben Frauen Milchkraut und noch einige Namen mehr zeugen wie der botanische Name von einer althergebrachten Nutzung der Pflanze. Der Artname „officinalis“ deutet immer auf eine medizinisch, naturheilkundliche Nutzung hin. Der Gattungsname Pulmonaria, abgeleitet aus dem lateinischen Wort für Lunge, „Pulmoa“ gibt einen eindeutigen Hinweis auf den Anwendungsbereich. Zu Zeiten der Signaturenlehre wurde das Lungenkraut, dessen gefleckte Blätter an eine kranke Lunge erinnern, rege genutzt. Heutzutage wird es nur noch vereinzelt in der Homöopathie und Volksmedizin angewandt. Die Inhaltsstoffe sind jedoch durchaus geeignet, um Entzündungen und Hustenreiz zu lindern.