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Spenden

Update zur Klage gegen die Eggarten-Zerstörung

München Stadt und Land

Seit unserer Entscheidung, gegen die Zerstörung des Eggartens durch Bebauung zu klagen, erreichen uns viele Fragen. Wie ist der Stand der Dinge, wie geht es weiter?

Bevor wir die einzelnen Punkte erläutern, möchten wir für das große Interesse an diesem Thema danken - und ganz besonders für die vielen Spenden, die wir für die Vorbereitung und Durchführung einer Klage erhalten haben. Das zeigt, wie sehr den Münchnerinnen und Münchnern, aber auch Menschen von außerhalb der Erhalt des Eggartens am Herzen liegt. Alle Spenden werden ausschließlich für die Kosten, die diese Klage verursacht, eingesetzt. 

WANN WIRD GEKLAGT UND WIE SIND DIE ERFOLGSAUSSICHTEN?

Aktuell ist die Klage in Vorbereitung. Details dazu können wir aufgrund unserer Verfahrensstrategie nicht öffentlich machen und bitten um Verständnis. Sobald der Bebauungsplan Ende 2026/Anfang 2027 rechtskräftig wird, klagen wir. Die Bürgerinititaive Pro Eggarten setzt sich ebenfalls für den Erhalt des Eggartens ein und wir unterstützen uns gegenseitig mit Informationen.

Ob die Klage erfolgreich sein wird, können wir aktuell noch nicht sagen - doch wir sind optimistisch und werden alle Möglichkeiten nutzen. Derartige Prozesse ziehen sich oft über mehrere Instanzen. 

WARUM EINE KLAGE AUSGERECHNET GEGEN DIESES PROJEKT?

In ihrer 44jährigen Vereinsgeschichte hat die LBV-Kreisgruppe München noch nie gegen einen Bebauungsplan geklagt. Mehrere tausend Pläne sind in dieser Zeit zur Prüfung und Stellungnahme über unsere Schreibtische gegangen. Unser Ziel war und ist es dabei immer, bis zur Schmerzgrenze Kompromisse zu finden. Im Fall des Eggartes wurde diese Schmerzgrenze überschritten: 

  • Rodung von 1.000 großen, vorwiegend jahrzehntealten Bäumen
  • Rodung von unzähligen kleinen, jungen Bäumen
  • Zerstörung des Lebensraums europaweit gefährdeter und geschützter Arten: Laubfrosch, Wechselkröte, Zauneidechse, verschiedene Fledermausarten und weitere
  • Zerstörung des Lebensraums von über 30 Vogelarten, darunter der Waldkauz
  • Durchtrennung eines überragend wichtigen Wanderwegs für Tiere und auch Pflanzen: Die Bebauung zerschneidet die Biotopachse Nord-Süd vollständig

Wir haben vielfach darauf hingewiesen, dass der Eggarten eine enorme Bedeutung für das Klima und die Biodiversität Münchens hat. Der alte Baumbestand und die Funktion als Hauptfrischluftschneise sowie als Kreuzungspunkt zweier Biotopverbundachsen sind unersetzlich. Es gab mehrere Begehungen und Diskussionen mit Vertreter/-innen der Investoren und der Stadt. Unsere Argumente führten jedoch nie zu einer Planungsänderung - das Gebiet soll fast vollständig überbaut werden.

WELCHE BEBAUUNG IST IM EGGARTEN GEPLANT UND DURCH WEN?

  • Garagen und Gewerbe: drei Sondergebiete für maßgeblich Gewerbe und Garagen
  • Wohnen: ca. 1.900 Wohnungen, davon 1.050 Eigentumswohnungen und 850 Genossenschaftswohnungen
  • Lärmschutz: drei Lärmschutzwände mit einer geplanten Gesamtlänge von 637 Metern 

Der Eggarten war vor Jahren im Besitz der Deutschen Bahn, bevor es verkauft wurde. Die Stadt München hatte das Vorkaufsrecht, hat dieses aber nicht genutzt. Nach mehreren Weiterverkäufen ist die Büschl-Unternehmensgruppe jetzt alleiniger Eigentümer. 

IST DIE BEBAUUNG WEGEN DER WOHNUNGSKRISE NICHT DRINGEND NOTWENDIG?

Nein, weil folgende Alternativen möglich sind: 

  • Aktivieren des Bauüberhangs: Ende 2025 waren 29.422 Wohnungen in München genehmigt, aber nicht gebaut 
  • Umwandlung von leerstehendem Gewerbe in Wohnungen: Oberbürgermeister Dominik Krause sieht hier lt. SZ-Bericht ein Potential von mindestens 10.000 Wohnungen 
  • Aufstocken von Gebäuden und Dachgeschossausbauten: Allein durch den Ausbau von Dachgeschossen könnten geschätzt 3.000 Wohnungen gewonnen werden 
  • Nachverdichtung: Geschätztes Potential von 8.000 Wohnungen
  • Überbauen von Parkplätzen und Supermärkten: Geschätztes Potential von 20.000 bis 30.000 Wohnungen
  • 119 große geplante Bauprojekte sind in München aufgelistet. In diesen Gebieten ist eine mittlere fünfstellige Zahl an Wohnungen möglich. Ein Großteil davon wäre umweltfreundlicher realisieren als im Eggarten. Die etwa 20.000-30.000 geplanten Wohnungen in den beiden SEM Nord und Nordost sind dabei noch gar nicht enthalten.

Dass das Bauen auf der „grünen Wiese“ immer noch als sinnvolle Lösung des Wohnungsproblems angesehen wird, ist in Zeiten des immer spürbarer werdenden Klimawandels und des massiven Artensterbens nicht mehr akzeptabel. München ist die am stärksten versiegelte Großstadt Deutschlands und mit einem ständigen Verlust an Stadtbäumen konfrontiert.

Wir wollen und müssen dagegen jetzt ein Zeichen setzen - besonders auch im Namen junger und zukünftiger Generationen. 

Wir danken euch für die Unterstützung und das große Interesse.