
Seit Jahren setzt sich der LBV München gemeinsam mit der Bürgerinitiative Pro Eggarten und vielen weiteren Naturschutzverbänden und Organisationen gegen die Zerstörung des Eggartengebiets im Münchner Norden ein. Auf einer ökologisch äußerst wertvollen Fläche, die inzwischen Biotopcharakter hat, sollen 1.800 Wohnungen gebaut werden. Über 1.000 Bäume (!!) müssen für die Bebauung fallen, Habitate von Fledermäusen, Waldkäuzen und vielen anderen teils gefährdeten Lebewesen gehen verloren.
Nun wurde mit der alten Stadtregierung über die Änderung des Flächennutzungsplanes mit nachfolgendem Billigungsbeschluss abgestimmt. Sprich: Das Bauprojekt wurde „durchgewunken“! Unsere Demonstration direkt vor dem Rathaus mit weiteren Naturschutz-Organisationen wie dem BUND Naturschutz München, Wildes Bayern und der Bürgerinitiative Pro Eggarten blieb erfolglos. Mal wieder wurde die Natur zum Opfer von Investoren und Bauwahn. Vor allem junge und zukünftige Generationen müssen für solche Natursünden einen hohen Preis zahlen.
In unserer Stellungnahme kritisieren wir vor allem, dass mit der Bebauung und großflächigen Versiegelung des Eggarten-Gebietes ein Kreuzungspunkt zweier überragend wichtiger Biotopverbundachsen zerstört wird: West-Ost (Allacher Heide über Bahnbiotope bis zur Isar) und Nord-Süd (Seenlandschaft im Norden bis zum Olympiapark). Die Planung verursacht hier eine doppelte Zerschneidung, was für die Münchner Natur und Artenvielfalt verheerende Auswirkungen hat.
Zudem findet sich in den Planungsunterlagen keinerlei Angabe, wie dieser massive Eingriff kompensiert werden könnte. Im Preisgericht für die Auswahl des Siegervorschlags saß kein/e einzige/r Umwelt- oder Naturschutzexperte/in, was bei einem Bauvorhaben in einem solch sensiblen Gebiet ein Skandal ist.
2019 hat die Stadt selbst den Klimanotstand ausgerufen – doch das geplante Bauvorhaben in der ehemaligen Eggarten-Siedlung wird die Frischluftzufuhr aus Westen und Osten deutlich bremsen und den Grundwasserspiegel negativ beeinflussen.
Der LBV lehnt die Bebauung des Planungsgebietes aus ökologischen und stadtklimatischen Gründen und wegen der Zerschneidung zweier wichtiger Biotopverbundachsen ab!