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Bestimmung

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Bestimmung von Amphibien

Hat man einen Lurch entdeckt, stellt man sich natürlich die Frage, was man nun vor sich hat. An dieser Stelle wollen wir Ihnen verraten, welche Merkmale besonders wichtig sind. Das erleichtert die Bestimmung, vor allem, wenn Sie lieber erst einmal fotografieren und später anhand des Fotos bestimmen wollen.

Tipps zur Amphibienbestimmung

Die Bestimmung von Amphibien ist oft gar nicht so schwer, wenn man weiß, welche Merkmale besonders wichtig sind.

Auf den ersten Blick sieht man, ob die (erwachsenen) Tiere einen Schwanz haben oder nicht. Daran unterscheidet man Schwanzlurche (Molche und Salamander) von Froschlurchen (Frösche, Kröten, Unken).

Schau mir in die Augen! Farbe und Form der Pupillen sind wichtige und einfach erkennbare Bestimmungsmerkmale.

Meist sieht man die Tiere von oben. Dabei sollte man auf die Farbe und Musterung der Haut achten. Bei Froschlurchen ist zudem noch wichtig, ob die Haut warzig (Kröten, Unken) oder glatt ist (Frösche).

Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist jedoch auch die Bauchseite. Digitalkameras sind hier Gold wert, erlauben sie es doch, Fotos vom Boden aus zu machen, ohne dass man sich flach hinlegen muss. Molche kann man sich in einem Glas gut von unten anschauen – danach aber bitte gleich wieder freilassen.

Elf Amphibienarten in Stadt und Landkreis München derzeit sicher nachgewiesen. Über die Artenliste gelangen Sie schnell zu unseren Artporträts. Einen Bestimmungsschlüssel zu den in und um München beheimateten Arten finden Sie hier.

Bestimmungsschlüssel Amphibien

Mit folgendem Bestimmungsschlüssel gelangen Sie in maximal vier Schritten zur richtigen Amphibienart. Bei jedem Punkt werden Sie nach eindeutigen Unterscheidungsmerkmalen gefragt und so zur nächsten Ziffer oder bereits zur passenden Art geführt, die mit einem Link zum jeweiligen Artporträt unterlegt ist.

Für draußen können Sie sich den Schlüssel auch als PDF Datei herunterladen und ausdrucken.

Wichtig: der Schlüssel umfasst nur die Arten, die im Siedlungsraum in und um München zu erwarten sind. Für bayerische Amphibien außerhalb Münchens nutzen Sie hier bitte den Bestimmungsschlüssel, den der Landesverband für Amphibien und Reptilienschutz erarbeitet hat. In anderen Gebieten benutzen Sie bitte eines der zahlreichen auf dem Markt erhältlichen Bestimmungsbücher. Einige dieser Bücher erlauben auch eine Bestimmung von Kaulquappen.

1. Schwanz ja/nein

  • (erwachsenes) Tier mit Schwanz, eidechsenartig -> 2. Molche
  • (erwachsenes) Tier ohne Schwanz -> 3. Frösche, Kröten, Unken


2. Molche

  • Oberseite dunkel (graublau bis schwarz); Gesicht mit Flecken; Bauch einfarbig orangerot -> Bergmolch
  • Oberseite oliv bis braun; Gesicht mit Streifen (wie beim Dachs); Bauch blass bis orange, immer mit Flecken -> Teichmolch


3. Frösche, Kröten, Unken

  •  Haut warzig -> 4. Kröten, Unken
  •  Haut glatt -> 6. Frösche
     

4. Kröten, Unken

  • Bauchseite auffallend gelb-schwarz gefärbt (Warnfarbe); Pupillen herzförmig -> Gelbbauchunke
  • Bauchseite mehr oder weniger weiß; Pupillen ein waagrechter Schlitz -> 5. Kröten
     

5. Kröten

  • Pupillen kupferfarben bis golden; Oberseite oliv bis braun, ohne deutliche Flecken -> Erdkröte
  • Pupillen metallisch grün; Oberseite beige mit deutlichen grünen Flecken -> Wechselkröte
     

6. Frösche

  • Oberseite braun, immer ohne grüne Färbung -> 7. Braunfrösche
  • Oberseite grün -> 8. Laubfrosch, Grünfrösche
     

7. Braunfrösche 
Die beiden in München vorkommenden Braunfroscharten (Gras- und Springfrosch) sind nur schwer voneinander unterscheidbar. Der Grasfrosch ist der bei weitem häufigere.

  • Trommelfell (=glasiger Kreis hinter dem Auge) höchstens ¾ des Augendurchmessers; Bauch meist mit Flecken -> Grasfrosch
  • Trommelfell fast so groß wie der Augendurchmesser; Bauch ungefleckt -> Springfrosch
     

8. Laubfrosch, Grünfrösche

  • Frosch gleichmäßig grün, ohne dunkle Flecken; höchstens 4,5 cm groß; beim Rufen große Schallblase an der Kehle sichtbar -> Laubfrosch
  • Frosch grün mit auffälligen dunklen Flecken, oft mit heller Rückenlinie; Größe bis 15cm; beim Rufen sind zwei Schallblasen in den Mundwinkeln erkennbar -> Grünfrosch (-Komplex)

Artenliste Amphibien

Diese Arten sind aus dem Stadtgebiet und dem Landkreis München aktuell bekannt:

• Bergmolch

Teichmolch

Gelbbauchunke

• Erdkröte

Wechselkröte

Laubfrosch

Grasfrosch

Springfrosch

Grünfrösche (Kleiner Wasserfrosch, Teichfrosch und Seefrosch)

Bei den Grünfröschen handelt es sich um einen sogenannten Artenkomplex aus Kleinem Wasserfrosch, Teichfrosch und Seefrosch. Sie sind nicht nur sehr schwer voneinander zu unterscheiden, der Teichfrosch ist zudem ein Bastard aus den beiden anderen Arten, wohl aber von den drei Arten die in München am weitesten verbreitete. Nähere Angaben finden Sie im Artporträt Grünfrösche.

Bis Anfang der 1970er Jahre kam in München noch die, der Wechselkröte sehr ähnliche, Kreuzkröte vor, deren Bestände aber mittlerweile erloschen sind. Die Verbreitungsgrenze der Kreuzkröte verläuft momentan westlich von Fürstenfeldbruck.

Die ehemaligen Niedermoorgebiete Münchens waren wohl einst der Lebensraum von Knoblauchkröte und Moorfrosch, beide Arten konnten aber schon bei der ersten systematischen Kartierung der Münchner Amphibien durch Schmidtler & Gruber 1973 nicht mehr nachgewiesen werden. Für die Knoblauchkröte liegt von 2012 eine relativ sichere Sichtung aus einer Kiesgrube im Osten von München vor. Die Tiere wurden dort möglicherweise mit Erd- oder Sandbewegungen eingeschleppt.

Beim Feuersalamander hat die Fachwelt den Verdacht, dass er im südöstlichen Landkreis München vorkommen könnte. Gesicherte Nachweise fehlen hier.

Ein Bewohner großer Gewässer mit reicher Unterwasservegetation ist der Kammmolch, welcher aber mittlerweile ebenfalls sehr selten geworden ist und Siedlungsbereiche meidet.

Ihr Ansprechpartner

Christian Köbele

Email: christian.koebele@lbv.deTelefon: 089 200270-72