Der Stieglitz

Stieglitz-Oliver Wittig

Der Stieglitz oder Distelfink ernährt sich hauptsächlich von Sämereien. Disteln, Karden und die Samen von Wiesenblumen sind ihm das liebste Futter. Er steht daher für vielfältige Landschaften mit Blumen und Gräsern, die in Deutschland immer seltener anzutreffen sind.

Aussehen: Das Gefieder des Stieglitzes ist auffällig farbenfroh: Er trägt eine rote Gesichtsmaske auf dem ansonsten schwarz-weiß gefärbten Kopf. Der Rücken und die Brust sind hellbraun und die überwiegend schwarzen Flügel zeichnen sich durch eine leuchtend gelbe Binde aus. Der Schnabel des Stieglitzes ist wie bei allen Finken kegelförmig, dabei aber recht zart und spitz, was ihm das Herauspicken der Samen aus ihren Hüllen erleichtert.

Lebensweise: Ursprünglich war der Stieglitz in der Feldflur und an Waldrändern zuhause, inzwischen fühlt er sich auch in Ortschaften wohl. Während der Brutzeit ernährt er sich hauptsächlich von Blumensamen und nur sehr selten von Insekten, wie andere Singvögel es tun. Im Winter fressen Stieglitze dann vor allem Sämereien von Stauden, zum Beispiel auf Brachflächen, aber auch von Bäumen wie Erlen und Birken.

Fortpflanzung: Ende März beginnt bei den Stieglitzen die Brutzeit. Stieglitze sind sehr gesellig: Sie verteidigen nur ihre unmittelbare Nestumgebung und gehen gemeinsam mit Artgenossen auf Nahrungssuche. Das Weibchen bebrütet die circa fünf Eier allein, währen das Männchen sie füttert. Mit vier Wochen sind die Jungen selbstständig, und die Eier der zweiten Brut liegen im Nest.

Bestand und Gefährdung: Der Bestand des Stieglitzes hat zwischen 1990 und 2013 um 48% abgenommen. Das liegt vor allem am Verlust der Brachflächen in der Landwirtschaft, die der Stieglitz zur Nahrungssuche nutzt. Doch auch die Entfernung von Wildwuchs in der Stadt und an Feldwegen und die häufige Nutzung von Unkrautvernichtungsmitteln fordern ihren Tribut.

Was wir für den Stieglitz tun können: Bis 2007 verlangte die EU noch Brachflächen auf jedem landwirtschaftlichen Betrieb, doch diese Regelung wurde inzwischen abgeschafft. Für den Schutz des Stieglitzes muss das unbedingt rückgängig gemacht werden. Aber auch Privatpersonen können dem Finkenvogel helfen, indem sie wilde Flächen im eigenen Garten schaffen, in dem zum Beispiel Stauden wachsen dürfen. Die Samenstände müssen natürlich über den Winter verfügbar bleiben.