Der Grünspecht

 

Mit der Wahl des Grünspechts zum Jahresvogel soll einmal auf eine positive Entwicklung aufmerksam gemacht werden: Er ist der einzige häufige Brutvogel, dessen Bestand in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. Außerdem soll auf die Mehrheit der Vogelarten hingewiesen werden, deren Bestände im Gegensatz zu dem des Grünspechts abgenommen haben.

Aussehen: Der Grünspecht ist für einen Specht ungewöhnlich bunt gefärbt: Er hat eine rote Kappe, eine schwarze Gesichtsmaske und sein Rücken ist grün.

Lebensweise: Was die Wahl seines Lebensraumes angeht, ist der Grünspecht sehr vielseitig: Er fühlt sich überall dort wohl, wo er alte Bäume zum Brüten und ausreichend Ameisen als Futter findet, das sind zum Beispiel Streuobstwiesen, halboffene Wälder, Gärten, Parks und sogar Industriebrachen. Der Grünspecht frisst am liebsten Ameisen, die er am Boden findet.

Fortpflanzung: Der Grünspecht baut sein Nest in selbst gezimmerten Höhlen, die danach von vielen anderen Tierarten genutzt werden können, wie zum Beispiel von Meisen und Fliegenschnäppern, aber auch von Fledermäusen, Siebenschläfern und Hornissen.
Zwischen April bis Mai legt das Weibchen die fünf bis acht Eier in die Höhle, die Männchen und Weibchen abwechselnd bebrüten. Nach 14 bis 17 Tagen schlüpfen die Jungen und mit 37 bis 44 Tagen werden sie flügge. Danach begleiten die jungen Grünspechte die Eltern noch einige Wochen lang bei der Nahrungssuche, bis sie dann schließlich selbstständig werden.

Bestand und Gefährdung: Der Bestand des Grünspechtes hat zwischen 1991 und 2011 um 105% zugenommen und ist damit die einzige häufige Vogelart bei der sich der Bestand zum Positiven verbessert hat. Vor allem in Siedlungsgebieten hat der Grünspecht zugenommen. Doch es ist auch wichtig, seinen Bestand in Streuobstwiesen zu erhalten, denn wenn er dort nicht mehr seine Höhlen baut, sind andere höhlenbewohnende Vogelarten wie Fliegenschnäpper und Gartenrotschwanz bedroht.

Was wir für den Grünspecht tun können: Der Grünspecht braucht alte, große Bäume zum Brüten. Vor allem in Parks sollten diese Bäume deshalb vermehrt stehengelassen werden.
Außerdem benötigt er pestizidfreie Grünflächen zur Nahrungssuche.