Die Bekassine

Bekassine-Herbert Henderkes

Der Bestand der Bekassine hat in Deutschland stark abgenommen. Deshalb wurde sie zum Jahresvogel gewählt und soll für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen werben, in denen sie brütet.

Aussehen: Die Bekassine hat ein tarnfarbenes Gefieder und helle Streifen an Kopf und Oberseite. Mit ihrem überproportional langen Schnabel, der für Schnepfenvögel typisch ist, kann sie in ihrem feuchten Lebensraum bequem nach Nahrung stochern.

Lebensweise: Bekassinen brüten auf strukturiertem Feuchtgrünland mit unterschiedlich hoher Vegetation, zum Beispiel in Mooren oder auf extensiv genutztem, feuchtem Grünland.

Die Bekassine frisst Würmer, Insekten, Schnecken, Larven, Beeren und Sämereien. 

Bekassinen sind Kurzstreckenzieher, die heimischen Vögel ziehen in der Regel in den Mittelmeerraum.

Fortpflanzung: Von Februar bis Mai kann man den berühmten Parabelflug der Männchen beobachten, bei dem sie unter charakteristischem Meckern steil nach unten sinken. Ab Ende April legen die Weibchen meist vier Eier in das Bodennest. Während das Männchen Wache hält, bebrütet das Weibchen die Eier circa 20 Tage lang. Die Küken sind Nestflüchter, das heißt, sie verlassen das Nest schon am ersten Tag und suchen selbst nach Nahrung. Nach etwa drei Wochen werden die jungen Bekassinen flügge.

Bestand und Gefährdung: In Bayern ist die Bekassine vom Aussterben bedroht, sie nimmt vor allem durch intensivere landwirtschaftliche Nutzung von zum Beispiel Feuchtwiesen ab. Aber auch Torfabbau für Gärten und die Jagd in Südeuropa bedrohen die Bekassinenbestände.

Was wir für die Bekassine tun können: Die Bekassine braucht naturnahe Moore und Feuchtwiesen, die erhalten bleiben müssen. Außerdem gehört sie in ganz Europa unter Schutz gestellt, denn die Jagd tötet jährlich ein Viertel des europaweiten Bestandes.