Der Gartenrotschwanz

Gartenrotschwanz-Marcus Bosch

Mit der Ernennung zum Jahresvogel soll auf das Verschwinden des Gartenrotschwanzes aufmerksam gemacht werden. Als Indikatorart für Artenvielfalt steht er auch für viele andere seltene Vogelarten wie Steinkauz, Wendehals und Halsbandschnäpper.

Aussehen: Das Gartenrotschwanzmännchen ist sehr bunt gefärbt: Es hat ein schwarzes Gesicht und eine schwarze Kehle. Seine Stirn ist leuchtend weiß und seine Brust rotorange. Das Weibchen hingegen ist überwiegend braun, nur der rote Schwanz ist charakteristisch und bei beiden Geschlechtern gleich.

Lebensweise: Der Gartenrotschwanz war einst in vielen bäuerlichen Gärten verbreitet, doch heutzutage erfüllen nur noch wenige Gärten seine Ansprüche. Er braucht halboffene Landschaften mit genügend Sitzwarten, ausreichend Nahrung, geeignete Bruthöhlen und vegetationsarme Stellen. Dort ernährt sich der Gartenrotschwanz vor allem von Hautflüglern, Schmetterlingen und Raupen. Er ist ein Langstreckenzieher, der südlich der Sahara überwintert.

Fortpflanzung: Anfang bis Mitte Mai legt das Weibchen sechs bis sieben Eier in das Nest in einer Höhle und bebrütet sie 13 bis 14 Tage lang. Nach weiteren 12 bis 14 Tagen fliegen die jungen Rotschwänze dann aus. Teilweise brüten Gartenrotschwänze zweimal.

Bestand und Gefährdung: 1980 lag der Bestand des Gartenrotschwanzes noch drei- bis viermal höher als heutzutage. Er ist vor allem durch die Intensivierung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und durch vom Klimawandel begünstigte Trockenperioden in der afrikanischen Sahelzone bedroht.

Was wir für den Gartenrotschwanz tun können: Der Gartenrotschwanz braucht gepflegte Streuobstwiesen, idealerweise werden diese etappenweise und kleinflächig gemäht. Außerdem sollte auf Dünger verzichtet werden. Auch im eigenen Garten kann man dem hübschen Vogel durch heimische Pflanzen und Verzicht auf Pestizide helfen.