Der Kormoran

Kormoran-Dieter Hopf

Im 19. Jahrhundert wurde der Kormoran rigoros als Fischräuber verfolgt. Nach seiner Unterschutzstellung Anfang der 1980er Jahre nahm der Bestand wieder zu, doch er wird immer noch bejagt. Mit der Ernennung zum Jahresvogel soll darauf aufmerksam gemacht und der Kormoranschutz wiederhergestellt werden.

Aussehen: Das schwarze Gefieder des Kormorans schimmert metallisch grün. Er hat eine weiß-gelbe Gesichtsmaske und türkisgrüne Augen. Mit seinem langen, an der Spitze gebogenem Schnabel kann er glitschige Fische gut festhalten.

Lebensweise: Der Kormoran lebt an Gewässern, in denen genügend Fisch vorhanden ist. Er frisst vor allem wirtschaftlich unbedeutende Fischarten wie Rotaugen und Brachsen, die er auf Tauchgängen erbeutet. Bei schlechter Sicht gehen Kormorane auch gemeinsam auf die Jagd. Dank ihres nicht ganz wasserdichten Gefieders, ihrer schweren Knochen und ihrer weit hinten ansetzenden Füße können sie gut schwimmen und bis zu 30 Meter tief tauchen. Wegen des durchnässenden Gefieders sieht man sie oft mit ausgestreckten Flügeln, um ihre Federn zu trocknen.

Fortpflanzung: Da Kormorane sehr sozial sind, nisten sie gerne in Kolonien, meist auf Bäumen. Das Weibchen legt drei bis vier ins Nest, die dann von beiden Geschlechtern bebrütet werden. Nach 23 bis 29 Tagen schlüpfen die Jungen und verlassen mit sechs bis sieben Wochen das Nest. Es vergehen rund zwei Monate, bis die jungen Kormorane voll flugfähig geworden sind.

Bestand und Gefährdung: Der Kormoran war früher durch Bejagung fast ausgestorben, sein Bestand hat aber wieder zugenommen. Doch nach wie vor ist er am stärksten durch die menschliche Verfolgung bedroht, denn in Deutschland wurden zuletzt 15.000 Tiere abgeschossen.

Was wir für den Kormoran tun können: Die Jagd auf den Kormoran und auch zum Beispiel Störungen am Nistplatz müssen in ganz Europa verboten werden, um die Bestände langfristig zu schützen.