Haussperlinge – W. Borok

 
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Ergebnisse unserer Kartierungen und Schutzvorschläge

Spätestens seit 1983 weiß man über die Münchner Vogelwelt ganz gut Bescheid: In der damaligen Stadtbiotopkartierung und diversen Anschlussuntersuchungen wurden alle schützenswerten Lebensräume der Landeshauptstadt erfasst und der Vogelbestand kartiert. 

Seitdem führt der Landesbund für Vogelschutz im Rahmen diverser Projekte – zuletzt im Rahmen eines Gutachtenauftrages für die Stadt München, Referat für Umwelt- und Gesundheit – weitere Kartierungen der Stadtbiotope und insbesondere deren Vogelwelt durch. Diese Untersuchung (Markus Faas/ Matthias Luy: „Ornithologische Untersuchungen im Rahmen des Arten- und Biotopschutzprogrammes der Landeshauptstadt München in den Jahren 1997-2000“, unveröffentlicht) hatte als Schwerpunkt eine Bestandserfassung des Brutvogelbestandes auf den bereits ab 1983 kartierten und einigen neu erfassten Stadtbiotopen. Neben den Kartierungsergebnissen wurde auch umfangreiches Datenmaterial von LBV-Beobachtern zu besonders interessanten Brutnachweisen eingearbeitet. Ihr sind die nachfolgenden Analysen zur Situation der Münchner Vogelwelt - teilweise wörtlich - entnommen.

Insgesamt ist somit die Datengrundlage für wirksame Biotopschutzkonzepte durchaus vorhanden. Eine ganze Reihe qualifizierter Untersuchungen zeigen hohen Handlungsbedarf, so zum Beispiel auch das „Landschaftsökologische Rahmenkonzept“ und eine ganze Reihe weiterer Kartierungen und Studien. Nach wie vor fehlen aber selbst für viele besonders wichtige Stadtbiotope (Gebiete von überregionaler oder sogar landesweiter Bedeutung für den Artenschutz) wirksame Schutzkonzepte. Im Einzelnen sind folgende Konzepte als Minimalanforderung zu entwickeln und umzusetzen:

  • Gehölz- und Waldbestockte Biotope (z.B. Lochholz, Angerlohe, Kapuzinerhölzl, Isarauen): Besucherlenkung– und Information.
  • Ökologisch /ornithologisch wertvolle Stillgewässer (z.B. Regattasee): Zonierungskonzepte zur Trennung von Erholungsbereichen und Biotopflächen, Besucherlenkung- und Information.

  • Heide- und Magerrasenflächen (z.B. Langwieder und Fröttmaninger Heide): Pufferkonzepte zur Minimierung von Schadstoff- und Düngereintrag aus umliegenden landwirtschaftlichen Nutzflächen, Besucherlenkung, extensive Nutzung/Pflege, Besucherinformation.

  • Streu- und Feuchtwiesenreste: extensive Nutzung / Pflege, Pufferkonzepte zur Verringerung von negativen Auswirkungen der Intensivlandwirtschaft, Umsetzung des Streuwiesenverbundkonzeptes.

Der LBV wird in den nächsten Jahren große Anstrengungen unternehmen, wenigstens für die wichtigsten Stadtbiotope Schutz- und Entwicklungskonzepte durch- und umzusetzen.