Kolbenente – W. Borok

 
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Besonders wertvolle Vogelbiotope im Stadtgebiet

Zur Bewertung der einzelnen Lebensräume wurde in Absprache mit M. Bräu (Referat für Gesundheit und Umwelt) ein Schema entwickelt, das Gefährdung und Seltenheit der einzelnen  Arten und den Artenreichtum als wertbestimmende Kriterien verwendet. Entsprechend dieser Bewertung wurden 2 Vogellebensräume als landesweit bedeutsam, 19 als überregional bedeutsam, 42 als regional bedeutsam, 40 als gesamtstädtisch bedeutsam, 100 als lokal bedeutsam und 97 als gering bedeutsam für den avifaunistischen Artenschutz eingestuft.

Als wertvollste und artenreichste Stadtlebensräume erwiesen sich die Fröttmaninger Heide und der Nymphenburger Park (landesweit bedeutsame Brutvorkommen). Als weitere avifaunistisch hochwertige Lebensräume konnten vor allem Teile der Isarauen, der Englische Garten, der Kleinhesseloher See, der Allacher Wald sowie Magerrasen und Heckengebiete in dessen Umgriff, der Hartmannshofer Wald, die Aubinger Lohe, ein Kiefernwäldchen am Hasenbergl, der Waldfriedhof, das ehemalige Gleislager Neuaubing, Kiesgruben und Brachland im Umfeld von Riem sowie einige extensiv genutzte Grünlandbereiche am westlichen, nördlichen und östlichen Stadtrand bewertet werden.

Als weiterer Untersuchungsschwerpunkt wurden Seen und Teiche im Stadtgebiet auf ihre Eignung als Brutgewässer untersucht. Als für das Stadtgebiet besonders wertvoll wurden der Nymphenburger Park (u.a. Zwergtaucher, Kolben-, Reiherente und Gänsesäger) und der Kleinhesseloher See (u.a. Kolben-, Reiherente, Gänsesäger?) eingestuft. Ausgedehnte Verlandungsbereiche mit entsprechend wertvollen Schilfbeständen existieren gegenwärtig nur noch an kleineren Teichen und Teichgebieten (z.B. Moosschwaige und Teiche nördlich der Aubinger Lohe). Diese Gewässer sind stadtweit bedeutsam für Zwergtaucher, Teichralle, Teichrohrsänger und Rohrammer. Kleinere Parkgewässer wie der Waldfriedhofsee und die Westparkseen haben in den letzten Jahren durch starken Erholungsdruck und Sukzession an Bedeutung als Brutgewässer verloren. Auch die großen Baggerseen im Münchener Norden sind für Wasservögel (Ausnahme Haubentaucher) gegenwärtig unbedeutend. Schutzzonen sind meist nicht vorhanden oder nur so klein, dass sie ihrer Funktion als Brutlebensraum nicht gerecht werden können. Insgesamt sind die untersuchten Stadtgewässer nur beschränkt als Wasservogel-Brutgewässer geeignet, da kaum Verlandungsröhrichte existieren und der Erholungsdruck zumeist sehr groß ist.