Grünfinkensterben eindämmen!

Lethargische Grünfinken an einer Futterstelle - S. Bentrop-Riedel

Seit 2009 konnte das Grünfinkensterben jeden Sommer und manchmal auch winters in weiten Teilen Deutschlands beobachtet werden, allein für den Sommer 2013 schätzt unser Partnerverband NABU die Anzahl der toten Vögel in Deutschland auf 70-80.000. Auslöser der Seuche ist ein Erreger mit dem Namen Trichomonas gallinae. Er befällt vor allem Grünfinken und andere Finken, in selteneren Fällen auch andere Vogelarten. Charakteristische Merkmale für den Befall durch den Einzeller sind apathisches Verhalten,  ein schaumiger, verklebter Schnabel, starkes Aufplustern und fehlendes Fluchtverhalten der Vögel. Die Krankheit ist hochansteckend und kann sich vor allem in Wasser- und Futterstellen auf andere Vögel übertragen (Menschen, Hunde und Katzen sind nicht gefährdet). Durch einen stetigen Andrang der Vögel auf die Nahrungsquellen kommt es hierbei immer wieder zu Epidemien und einem regelrechten Massensterben der Grünfinken. Trichomonaden entwickeln sich besonders gut bei hohen Temperaturen und Feuchtigkeit, die Einzeller vermehren sich deshalb besonders stark bei längeren Hitzeperioden, kommen hin und wieder aber auch im Winter vor. Die Krankheit verläuft für Vögel tödlich, darum ist beim Auftreten erster Symptome unbedingt von weiterer Fütterung und Tränkung von Vögel abzusehen, damit eine weitere Ausbreitung der Seuche verhindert wird. Ist die Krankheit erstmal ausgebrochen ist selbst bei täglicher Reinigung der Futter- und Wasserstellen eine Weitergabe der Krankheitserreger nicht zu verhindern. Das Einstellen der Fütterung und die Entfernung von Wasserstellen sind die einzige Möglichkeit, eine weitere Ausbreitung einzudämmen.