Claudias Naturoase

Meine kleine Naturoase auf vier Quadratmetern ist üppig bepflanzt mit diversen Kräutern (Thymian, Zitronenmelisse, Salbei, Petersilie und Minze), unzähligen Löwenmäulchen, die sich wunderbar selbst aussäen und überall zum Vorschein kommen, einigem Lavendel, Goldlack, Ringelblume, Walderdbeeren und Katzenminze. Im Frühjahr freuen sich unsere Bienen, wenn unser Palmkätzchen blüht. Und unser Apfelbäumchen wurde in diesem Jahr zum ersten Mal erfolgreich bestäubt, so dass er EINEN ersten Apfel trägt, den wir hoffentlich bald ernten können. Zuletzt habe ich eine Hopfenpflanze aus der Hallertau gepflanzt und bin gespannt, ob diese auf dem Balkon gedeiht.

Bis Herbst letzten Jahres hatte ich unsere Pflanzen ausschließlich in Terrakotta-Pflanzgefäßen. Dann kam ein heftiger Herbststurm, der uns einen Kasten vom Balkon gefegt und zum Glück nur ein Auto beschädigt hat. Über den Winter war ich auf der Suche nach einer nachhaltigen Alternative und bin auf den Balkonkasten „Raupe" aus Papier gestossen, die jetzt den Praxistest auf meinem Balkon bestehen müssen. Mir scheint, dass das Start-up (https://start-green.net/netzwerk/gruenes-startup/heimgruen/) mittlerweile aufgegeben hat, was wirklich schade wäre, denn nachhaltige und leichte Pflanzgefäße sind eine echte Marktlücke. Vielleicht habt Ihr noch einen Tipp für mich.
Fast jedes Jahr haben wir allerdings auch Läuse auf dem Balkon, die wir mit Marienkäferlarven bekämpfen. Die Kinder finden diese ‚eklig‘ und sind nicht annähernd so fasziniert wie ich, wie diese kleinen Tierchen wie Staubsauger über die Blätter krabbeln, dabei Unmengen an Läusen vertilgen, um sich anschließend unter einem Blatt zu verpuppen und schon kurze Zeit später sitzt da ein anfangs orangefarbener Marienkäfer noch ganz ohne Punkte, der schon bald darauf einfach davonfliegt.

Unser Stadtbalkon ist mein kleines Refugium - dort trinke ich fast jeden Tag (bis auf ein paar Monate im Winter) bei Sonnenaufgang meinen Morgenkaffee, erfreue mich an allem was wächst und blüht und beobachte morgens die Mauersegler am Himmel. Wenn es morgens noch kühl ist, sitze ich gerne auf dem Baby-Lammfell meiner Tochter und das mögen auch die Meisen, die sich dort im Frühling zum Nestbau fleißig bedienen. Deshalb lege ich in dieser Zeit immer auch ein bisschen ungesponnene Schafwolle in die Blumenkästen. Meine Tochter ist mittlerweile 12 Jahre alt und weiß um das besondere Verhältnis zwischen mir und meinem Balkon, weshalb ich zu Geburtstagen oder Weihnachten meist etwas selbstgebasteltes oder -gebautes dafür bekomme. So gibt es seit letztem Jahr einen Nistkasten, der leider noch nicht bezogen wurde. Dafür haben im Holz- und Muschelmobile dieses Jahr Wildbienen genistet, die wir sogar beim Ausfliegen beobachten konnten. Das war ein ganz besonderes Erlebnis.
… gerade habe ich noch einmal nachgemessen: der Balkon hat gar keine vier Quadratmeter, sondern nur zwei! Ich kann selbst kaum glauben, was auf zwei Quadratmetern alles Platz hat ;-)

Claudias Naturoase