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Torf und Moor

1.    Was ist eigentlich Torf und wie entsteht er?
Torf ist eine humusähnliche Ablagerung aus abgestorbenen, nur teilweise zersetzten Pflanzen-/teilen. Torf wird nur unter wasserüberfluteten Bedingungen, wie sie in Mooren herrschen, gebildet. Totes Pflanzenmaterial sinkt an Ort und Stelle  zu Boden und wird restlos von Wasser bedeckt. Sofort beginnen Tiere und Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) mit der Zerkleinerung und Zersetzung. Allerdings leben in intakten Moorböden viel weniger Organismen als in Mineralböden und ihre Aktivität ist durch den Sauerstoffmangel zudem gehemmt. Dadurch wird das Pflanzenmaterial nicht ausreichend zerkleinert. Das unfertig abgebaute Material verbleibt am Boden des Moores und mit der Zeit lagern sich immer mehr Schichten darüber. Durchschnittlich sind etwa 100 Jahre notwendig, um eine Torfschicht von 10 Zentimetern aufzubauen. In ungestörten Mooren können über Jahrtausende hinweg meterhohe Torfschichten heranwachsen.


2.    Und was ist nun ein Moor?
Moore sind Lebensräume, die geprägt sind von einem permanenten Wasserüberschuss. Der hohe Wassergehalt führt zu einem Sauerstoffmangel, der für die Bildung von Torf verantwortlich ist. In natürlichen Mooren wird Jahr für Jahr neuer Torf abgelagert, was dazu führt, dass das Moor in die Höhe wächst. Der Standort Moor ist charakterisiert durch torfbildende Vegetation (z.B. Torfmoose), die wiederum Lebensraum für eine speziell angepasste Tierwelt bietet.
Je nach Hauptwasserzufuhr unterscheidet man zwischen verschiedenen Moortypen. Niedermoore entstehen bei der Verlandung nährstoffreicher Seen, indem sich immer mehr organisches Material im See ansammelt und langsam den See auffüllt. Die Vegetation dringt vom Rand des Sees immer weiter in die offene Seefläche hinein, bis diese mehr oder weniger ganz zugewachsen ist. Niedermoore werden von Grund- und Regenwasser gespeist und erhalten dadurch eine relativ reichhaltige Nährstoffzufuhr.  Aufgrund ihres vergleichsweise hohen Nährstoffgehaltes ist in Niedermooren die Tier- und Pflanzenwelt artenreicher als in Hochmooren, wobei die Anzahl der Arten je nach Kalkgehalt variiert. Oft findet man Schilfrohr, Rohrkolben, Binsen, Erlenbruchwälder oder Weiden-Faulbaumgebüsche.
Hochmoore sind über das Grundwasserniveau hinaus gewachsene Niedermoore bzw. wurzelten direkt auf mineralischem Untergrund. Sie besitzen aber weder Kontakt zum Grundwasser noch zum Mineralboden mehr. Deswegen  werden sie ausschließlich von Niederschlägen mit Wasser und Nährstoffen gespeist, weshalb sie auch als Regenmoore bezeichnet werden. Da Regenwasser weniger Nährstoffe enthält als Grundwasser, sind Hochmoore sehr nährstoffarm und daher auch artenarm. Charakteristisch für Hochmoore sind Torfmoos-Rasen, Wollgräser, Seggen und Binsen.
Besonderheit der Hochmoore ist das Vorkommen von fleischfressenden Pflanzen. Sie haben sich an die extreme Nährstoffarmut angepasst, indem Sie sich von Insekten und kleinen Wassertierchen ernähren. Die bei uns  heimischen „Fleischfresser“ sind Sonnentau, Fettkräuter und Wasserschläuche.

Bayerns Hochmoore, wie das Schwarze Moor in der Rhön, stellen einen einzigartigen Lebensraum für viele gefährdete Arten dar. (Foto: Schubert)

Diese Niedermoorlandschaft ist geprägt durch binsen- und schilfreiche Vegetation. (Foto: P. Bria)

Der Sonnentau hat sich an die Nährstoffarmut seines Lebensraumes angepasst, indem er sich von Insekten ernährt. (Foto: C. Moning)