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Torf & Moor in Zahlen

Moore

  • Die ältesten Moore entstanden am Ende der letzten Eiszeit, vor 12 000 bis 10 000 Jahren.
  • In fast allen Ländern der Erde gibt es Moore (in 180 Ländern).
  • 80% der weltweiten Moorfläche befinden sich in den gemäßigten und kalten Klimazonen.
  • Moore bedecken etwa 3% der globalen Landfläche (ca. 4,8 Mio km²).
  • Die Gesamtmoorfläche Deutschlands beträgt etwa 1˙500˙000 ha.
  • 99% der Moore in Deutschland sind bereits durch Entwässerung degradiert.
  • In der EU beträgt die Fläche der noch intakten Moore 1500 km².
  • Der Kohlenstoffgehalt aller Moore zusammen beläuft sich auf 30% des terrestrischen Kohlenstoffvorkommens (430-550 Gt).
  • Pro Hektar Waldfläche sind im globalen Durchschnitt 236 Tonnen Kohlenstoff gespeichert, in einem Hektar Moorfläche im Durchschnitt etwa 895- 1146 Tonnen.
  • Aus Mooren werden jährlich weltweit 2000 bis 3000 Mio Tonnen CO2 emittiert.
  • 5,1% der deutschen Treibhausgas-Emissionen stammt aus entwässerten Mooren. Somit stellen entwässerte Moore die größte Treibhausgas-Einzelquelle außerhalb des Energiesektors dar!
  • Der größte Anteil der Emissionen aus Mooren wird durch die landwirtschaftliche Nutzung von Moorböden verursacht (75%), gefolgt von forstwirtschaftlicher Nutzung (10%) und der Torfindustrie (6,5%). Der verbleibende Emissionsanteil stammt aus sonstiger Nutzung, wie z.B. Beweidung.

 

Torf

  • Das Torfwachstum beträgt 1 mm pro Jahr.
  • In 1 kg Torf steckt ein Brennwert von 6,4 kWh (in 1 kg Holz: 4,6 bis 5,2 kWh).
  • In der EU wurden im Jahr 2005 etwa 64 Mio m³ Torf abgebaut
  • In Deutschland werden pro Jahr rund 7 Mio m³ abgebaut
  • Järhlich werden in Deutschland für die Herstellung von Gartenbauprodukten 10 - 12 Mio m³ Torf verwendet
  • In einer 15cm mächtigen Torfschicht in Deutschland befindet sich auf gleicher Fläche etwa so viel Kohlenstoff wie in einem 100jährigen Wald.
  • Geht in einem Moor die Torfmächtigkeit um 1m zurück, müsste zum Ausgleich das 6-fache an Fläche aufgeforstet werden und 100 Jahre ungestört wachsen.
  • Bei vollständigem Ersatz von Torf in Gartenerden und dem Ende der industriellen Abtorfung würden allein in Deutschland jährlich über 1,7 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr vermieden.
  • Deutschland ist im internationalen Vergleich auf Platz 19 in Bezug auf die absolute Moorfläche, aber auf Platz 9 hinsichtlich der absoluten Emissionen aus diesen Flächen.

 

  Glossar:

 

Aerob

- sauerstoffreiche Umgebung

- auf Luftsauerstoff angewiesen

Anaerob

- sauerstofffreie Umgebung

- ohne Sauerstoff lebend

CO2-Äquivalent

Um die Klimawirksamkeit anderer Treibhausgase zu quantifizieren und vergleichbar zu machen, wurde diese Einheit eingeführt. Dabei wird die Treibhauswirksamkeit anderer Treibhausgase auf die des Kohlendioxids umgerechnet

Degradierung

Durch anthropogene Faktoren irreversibel geschädigtes Ökosystem, das seine ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen kann.

Mineralisation

Abbau komplexer organischer Verbindungen zu niedermolekularen, anorganischen Substanzen.

Mooraktien/MoorFutures

Emissionszertifikate, die Unternehmen oder Privatpersonen zu Kompensationszwecken erstehen können. Dabei entspricht ein MoorFuture dem Einsparungspotential von 1 Tonne CO2 pro Jahr.

Moorbrand

Die hohe Brennbarkeit von getrocknetem Torf kann zum Auftreten von Bränden im Moor führen. Gefahr dabei ist die unterirdische und dadurch nicht sichtbare Ausbreitung des Feuers.

Moorsackung

Entwässerte Moore sacken nach einer Weile zusammen aufgrund der durch Sauerstoff initiierten mikrobiellen Zersetzung von Torf und wegen physikalischer Verdichtung, wenn Wasser fehlt.

Ökosystemdienstleistung

Leistungen, die von der Natur erbracht werden und vom Menschen genutzt werden. Die gesellschaftliche Wertschöpfung, die aus diesen Dienstleistungen resultiert, soll auf diese Weise gewichtet und vergleichbar gemacht werden. Die Zuteilung eines monetären Wertes macht es einfacher den Nutzen der Ökosystemdienstleistungen in ökonomische Kalkulationen einfließen zu lassen.

Paludikultur

Kulturen mit Pflanzen, die an hohe Wasserstände angepasst sind und sich daher für die naturnahe Nutzung von renaturierten Feuchtgebieten eignen.

 

 

Spezialisten, wie den Sonnentau, findet man aufgrund großflächiger Moorzerstörung nur noch selten. (Foto: C. Moning)

Die Raupen des Hochmoorgelblings sind auf das Vorkommen der Moorpflanze Rauschbeere angewiesen. (Foto: G. Burgstaller)

Torfmoose können das 30-fache ihres Eigengewichts an Wasser speichern. (Foto: C. Geidel)