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Moore sind Kohlenstoffbomben

Moore zählen zu den größten Kohlenstoffspeichern der Erde. Während sie zwar global gesehen nur 3% der Landfläche bedecken, enthalten sie 30% des gesamten terrestrischen Kohlenstoffvorkommens. Intakte Moore sind eine sehr wirkungsvolle Kohlenstoffsenke, da sie das CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und im Torf speichern. Daher zählt Torf zu den kohlenstoffhaltigsten Substanzen der Erde.
Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass bei der Entwässerung von Mooren der gespeicherte Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre freigesetzt wird und maßgeblich zum Klimawandel beiträgt. Aus der Kohlenstoffsenke wird folglich eine Kohlenstoffquelle. Während der Aufbau des Kohlenstofflagers im Moor jedoch mehrere Jahrtausende dauert, läuft die Freisetzung meist innerhalb weniger Jahrzehnte ab. Torf ist somit kein nachwachsender Rohstoff und industrieller Torfabbau ist keine nachhaltige Ressourcennutzung.
Getrockneter Torf ist außerdem sehr gut brennbar. In entwässerten Mooren besteht demzufolge die Gefahr von Moorbränden, welche sich rasend schnell ausbreiten und zur Gefahr für Mensch und Tier werden können. Moorbrände sind außerdem schwer zu bekämpfen, weil der Torf unterirdisch abbrennt und versteckte Glutnester bildet. Der Verlust des Lebensraumes ist für viele Tier- und Pflanzenarten fatal. Aufgrund des hohen Brennwertes von Torf wird dieser v.a. in den nordischen Ländern auch zur Wärme- und Energieerzeugung verbrannt.

Die auf rund 0,3% der globalen Landfläche entwässerten Moore emittieren 6-10% der gesamten weltweiten CO2 Emissionen! Das bedeutet, dass in der Erhaltung der noch intakten Moore und in der Renaturierung bereits entwässerter Moore ein gewaltiges Treibhausgas-Einsparungspotential liegt. Der Schutz der Moore sichert nicht nur den Erhalt des Kohlenstoffspeichers, sondern es wird auch neues CO2 aus der Atmosphäre festgelegt. Dadurch wird dem Klimawandel entgegengewirkt.
In Deutschland sind bereits 99% der Moore durch Landnutzung degradiert. Durch Renaturierungsmaßnahmen soll nun versucht werden Deutschlands Moorflächen wieder zu vergrößern. Bei Renaturierungsmaßnahmen wird der Grundwasserspiegel wieder angestaut, sodass es zu erneuter Torfbildung kommt. Bis sich allerdings die typische Lebensgemeinschaft wieder eingestellt hat, können mehrere Jahre bis Jahrzehnte vergehen. Die Moorrenaturierung ist ein recht kostengünstiges Unterfangen, das effektiv zur Reduktion der Treibhausgasemission und zum Schutz gefährdeter Arten beiträgt. Gelungene Projekte zur Wiedervernässung finden sich z.B. im Werdensteiner Moor im Landkreis Oberallgäu oder das Spatenbräufilz im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

 

Torfmoose sind maßgeblich an der Torfbildung beteiligt, da sie trotz abgestorbener Basis nach oben hin weiterwachsen können. (Foto: C. Geidel)

Durch Wiedervernässung können Moore wieder zu Kohlenstoffsenken werden. (Foto: T. Duerst)

Der Torfabbau hinterlässt ein Bild der Zerstörung, wie hier im Landkreis Wesermarsch. (Foto: S. Lorenz)