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Seltener Wildapfelbestand in Allacher Lohe entdeckt

Neben unserer Pflegefläche in der Allacher Heide wurde quasi während der Biotoppflegearbeiten ein bislang unbekannter Bestand des bei uns heimischen Wildapfels (Malus sylvestris) entdeckt.
„Bislang sind acht Individuen genetisch als Wildapfel zertifiziert, das Vorkommen ist aber vermutlich noch größer“, bestätigt Dr. Heinz Sedlmeier, Geschäftsführer des LBV München. Dass für ganz Bayern nur drei weitere Wildapfelvorkommen in ähnlicher Größe bekannt sind, unterstreicht die Bedeutung des Fundes. Auf Grund seiner Seltenheit stuft die Rote Liste den Wildapfel als „gefährdete Art“ (Kategorie 3) ein. Zum Erhalt der Allacher Wildapfelpopulation ist eine Zusammenarbeit aus LBV, des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF), der Grundstückseigentümerin Deutsche Bahn (DB) und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt München entstanden. Das gemeinsame Ziel ist es, den derzeitigen Bestand zu erhalten und für die Zukunft zu sichern. Erste Maßnahmen erfolgen schon im Spätwinter 2020.

 

Allacher Wildäpfel können zur Bereicherung unserer Mischwälder beitragen
 
„Der Fund ist ein Glücksfall für die Region“, meint Martin Holzäpfel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). „Eine Nachzucht aus der Allacher Population könnte Mischwaldbestände im gesamten Voralpenland bereichern.“ Der Fund kommt zur rechten Zeit: Ab 02. März 2020 dürfen nach § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes nur noch gebietsheimische Pflanzen in der freien Natur ausgebracht werden. Zertifiziertes Pflanzenmaterial ist dafür die Grundlage.  Das langfristige Ziel für die Allacher Wildapfelpopulation ist daher neben dem Erhalt des Bestandes vor allem der Aufbau einer genetisch gesicherten Nachzucht. Die dann in die freie Natur ausgebrachten Nachkommen können zur Vielfalt unserer heimischen Wälder beitragen und die Situation des Wildapfelbestandes in Bayern verbessern.

 
Erste Schutzmaßnahmen für Wildäpfel im Spätwinter geplant
 
Kurzfristig sind in der Allacher Lohe allerdings schon jetzt konkrete Schutzmaßnahmen nötig. Derzeit sind die Wuchsbedingungen für die Wildäpfel nicht optimal. Die unter Schutz stehende Licht- und Halbschattart ist in den Wald eingewachsen und bekommt kaum Licht. Deshalb wird die Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit dem LBV im Spätwinter ausgewählte Wildapfelindividuen behutsam freistellen, damit ihre Krone optimal wachsen kann und der Bestand wieder an Vitalität gewinnt. 

Blühender Wildapfel (Malus sylvestris) Foto: G. Aas