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Jetzt tragen die Wildäpfel Früchte!

Pünktlich zum Herbst tragen die Wildäpfel in der Allacher Heide ihre Früchte. Doch um diese zu entdecken, muss man schon einmal genauer hinschauen. Mit einem Durchmesser von nicht mehr als 4 cm sind diese deutlich kleiner als die der uns bekannten Kulturäpfel aus dem Supermarkt. Auch vom Geschmack her lassen sie sich deutlich unterscheiden. Während die meist rötlich leuchtenden Kulturapfelsorten uns eines süßen Geschmacks erfreuen, zieht sich der Mund bei einem Biss in den gelblich-grünen Wildapfel zusammen. Der herb-saure Geschmack ist typisch für die heimische Art.  


Nachdem Anfang 2019 acht Individuen des selten gewordenen Wildapfels (Malus sylvestris) in Allach genetisch gesichert nachgewiesen wurden, konnten nun durch eine umfassende Kartierung im Rahmen einer Bachelorarbeit 154 weitere Verdachtsexemplare erfasst werden. (Kolb, 2020). Sollten diese Verdachtsfälle bestätigt werden, zählt der Wildapfelbestand in der Allacher Heide zu den größten in ganz Deutschland. An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist derzeit eine weitere Bachelorarbeit zur genetischen Untersuchung ausgewählter Verdachtsbäume geplant. Wir sind gespannt.


Da Wild- und Kulturapfel sich meist beliebig untereinander kreuzen können, sind reine Wildapfelbestände sehr selten geworden. Auf der Roten Liste wird der Wildapfel als “gefährdete Art” (Kategorie 3) eingestuft.  
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn (DB), dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF) und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) setzt sich der LBV daher für den Erhalt des Bestandes rund um den Rangierbahnhof ein.


 
Quelle: Kolb, N. (2020): Der Wildapfel (Malus sylvestris) im Allacher Forst Vorkommen und Pflegekonzepte. (Bachelorarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf; betreut durch Prof. Dr. Ewald, J.)

 

 

Die Früchte des Wildapfels (Malus sylvestris)

Die kleine Frucht im Vergleich zur Hand Fotos: L. Schulz