Ausgleichsmaßnahmen im ehemaligen Virginia-Depot

Mehr Platz für Schmetterlinge & Co

Auf den ehemaligen Gleisanlagen und mageren Wiesen im Virginia-Depot sind Pflanzen, Schmetterlinge und Heuschrecken zu Hause, die in München und sogar deutschlandweit sehr selten geworden sind.

Mit einem großen Maßnahmenpaket hat man ihre Lebensbedingungen verbessert und ihren Lebensraum vergrößert.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat als Grundstücksbesitzer diese Maßnahmen beauftragt. 

Sie sind Ausgleichsmaßnahmen für bauliche Eingriffe in Natur und Landschaft, die in der Umgebung geplant sind.

 

Die Ausgleichsmaßnahmen wurden im Jahr 2015 abgeschlossen.
Seit November 2015 ist das Gelände aus Haftungsgründen bis auf Weiteres geschlossen.

Die Maßnahmen

Alle Aktionen wurden auf die Bedürfnisse von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten abgestimmt. Diese Spezialisten brauchen nährstoffarmen Boden, viel Licht und viel Wärme.

Hierfür wurden etliche wuchernde Gehölze entfernt. Als nächsten Schritt galt es, nährstoffreiche Böden und versiegelte Asphaltdecken abzutragen und auf Teilflächen ein nährstoffarmes Substrat aufzubringen, um dort seltene Pflanzen anzusiedeln. Im Anschluss werden die Flächen naturschutzfachlich gepflegt.

Für Dohlen, Turmfalken und Mauersegler, die früher in den Speichergebäuden ihre Brutplätze hatten, wurden als Ersatzmaßnahme auf dem Gelände zwei Bruttürme aufgestellt. Der westliche Turm ist für Dohlen und Mauersegler gestaltet, der östliche für Turmfalken und Dohlen. 

 


Bild 1: Alte, baufällige Gebäude, die Brutstätten für geschützte Vögel waren, mussten abgerissen werden. Dohlen, Turmfalken und Mauersegler bekamen als Ersatzmaßnahme 2 Bruttürme.

Bild 2: Wuchernde Gehölze wurden mitsamt Wurzeln gerodet.

Bild 3: Üppiger Oberboden wurde abgeschoben und nährstoffarmes Substrat aufgebracht.

Bild 4: Anlage von Magerrasen und Aussaat von Samen seltener Pflanzen

Bild 5: Fortlaufende Pflege durch Mahd

Bild 6, 7 und 8: Entwicklungsziel: Blüten- und artenreiche Magerrasen mit einzelnen Gehölzgruppen sollen sich entwickeln, so dass Schmetterlinge & Co sich wohlfühlen.

Als Grundlage für die Erstellung der Ausgleichsmaßnahmen diente ein detailliertes Pflege- und Entwicklungskonzept von LUZ Landschaftsarchitekten München.
Das Konzept und die Maßnahmen wurden mit städtischen Behörden entwickelt und von der Regierung von Oberbayern genehmigt.

In Zukunft soll das Gebiet den Schutzstatus „Geschützter Landschaftsbestandteil“ bekommen.

Initiates file downloadAuszug aus dem Pflege- und Entwicklungskonzept

Initiates file downloadKarte Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung

Initiates file downloadAusführungsplan Entwicklungsziele 

Initiates file downloadAusführungsplan Entwicklungsmaßnahmen

Die Natur braucht ihren Rückzugsraum

Damit sich die neuen Flächen ungestört zu stabilen Lebensräumen entwickeln können, ist es zukünftig wichtig, das entstehende Biotop nicht mehr zu betreten. 

Daher hat die BImA in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München das Privatgrundstück komplett einzäunen lassen.

Wir bitten Sie als Naturfreund um Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung. Vielen Dank!

 
 


Bild 9: Sie kennen den Enzian nur aus den Bergen? – Im Herbst blüht hier der Fransenenzian.

Bild 10: Seine Raupen werden von Ameisen verteidigt – der Idas-Silberfleckbläuling.

Bild 11: Suchbild: Sie ist sich ihrer Tarnung sicher - die Blauflügelige Ödlandschrecke.

Bild 12: Schön, weiß und gefährdet – die Ästige Graslilie.

Bild 13: Das Vorkommen des Schachbrett-Falters im Virginia-Depot ist eines der größten in ganz München.

Bild 14: Sein Name verrät es – der Wundklee ist eine Heilpflanze.

Bautafel

Erstellung der durch die Landeshauptstadt München (LHM) festgesetzten Ausgleichsflächen für Eingriffe in unmittelbarer Nähe wie z.B. angrenzender Bebauungspläne (1939a (BMW FIZ-Nord), 1939b (Technisches Hilfswerk / Münchner Stadtentwässerung) und 1939c (Gymnasium für den Münchner Norden)) und anderer Bauvorhaben:

Grundstücksbesitzer:
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)

Fachliche Betreuung:
Staatliches Bauamt München 1 (StBA M1)

Pflege- und Entwicklungskonzept inkl. spezieller artenschutzrechtlicher Prüfung:
LUZ Landschaftsarchitekten München (LUZ)

Objektüberwachung der Baumaßnahme:
Großberger Beyhl Partner Landschaftsarchitekten (GBP)

Ökologische Baubegleitung:
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe München (LBV)

Abstimmung und Genehmigung:
Referat für Stadtplanung und Bauordnung der LHM
Referat für Umwelt und Gesundheit der LHM
Untere Naturschutzbehörde der LHM
Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern


Ausführung und Fertigstellungspflege:
Fa. Benedikt Ley Umwelt GmbH (Ley)

Initiates file downloadFlyer zum Download

Fotos: Monika Graf, Roland Großberger, Gisela Heinz, Christian Köbele, Frauke Lücke, Johann Schöffmann, Ulrich Schwab, Christine Weiß