Abfanggraben, Heckenstreifen Johanneskirchen, Umfeld der Kiesgrube im Moosgrund

Herbstimpressionen am Abfanggraben – F. Lücke

In den 1920er Jahren als Entwässerungsgraben entstanden, kommt dem Abfanggraben heute eine viel größere Bedeutung zu. Auf den trockenen, südlich ausgerichteten Hängen wiegen sich Gräser der Halbtrockenrasengesellschaften im Wind, die feuchtere, nördlich ausgerichtete Seite bietet mit vielen Gebüschen Versteckmöglichkeiten für den geschützten Pirol und andere Vogelarten. Besonders stolz sind wir auch auf das Vorkommen der im Münchner Raum sehr seltenen Labkraut-Wiesenraute und der Alpen-Distel, die auf der „Sonnenseite“ gut gedeihen. Fettkraut und Weidenblättriges Ochsenauge mögen es dagegen lieber etwas feuchter und sind deshalb zwischen den Gebüschen auf der schattigeren Seite inmitten anderer Niedermoorarten zu finden. Die Pflegearbeiten am Abfanggraben sind wirklich harte Arbeit – entschädigt wird man aber durch den tollen Blick auf den Graben mit seiner vielfältigen Wasservogelwelt.


In unmittelbarer Nähe finden wir drei Heckenstreifen mit zahlreichen einheimischen Strauch- und Baumarten. 1993 pflanzte der LBV in der ansonsten stark ausgeräumten Agrarlandschaft diesen Rückzugsraum für Heckenvögel wie den Neuntöter oder die Dorngrasmücke.

Nördlich des Abfanggrabens findet sich die ehemalige Kiesgrube im Moosgrund. An diese grenzt ein Pionierwäldchen aus Berg-Ahorn und verschiedenen Weidenarten an, das immer wieder mit staunassen Mulden durchsetzt ist. Auf dem zeitweilig überstauten Untergrund fühlen sich verschiedene Binsen- und Seggenarten wohl.