Neuschaffung von Quartieren

Leider ist es nicht in jedem Fall zu vermeiden, dass Quartiere – meist aus Unkenntnis - verloren gehen. Deshalb ist es wichtig, vorsorglich Quartiere zu schaffen. Quartiere für Gebäudebrüter und Fledermäuse sind nicht an traditionelle Bauformen gebunden; auch an und in modernen Neubauten können Quartiere angeboten werden. Größe, Höhe und Lage der Gebäude spielen eine viel geringere Rolle, als gemeinhin angenommen – die Tierarten haben ja unterschiedliche Bedürfnisse. Aktiv werden kann dabei jeder, vom Einfamilienhausbesitzer bis zum Hochhausmieter, von der Baugenossenschaft bis zum Architekten. 

An den folgenden Gebäuden ist ein Quartierangebot besonders sinnvoll:

  • Öffentliche Bauten
  • Geschosswohnungsbau 
  • Einfamilienhäuser
  • Kirchen

Die einfachste Form, Neuquartiere anzubieten, sind Nist- und Fledermauskästen, die an die Fassade bzw. unter das Dach gehängt werden. Für kleine und größere Gebäude gibt es praktische Einbausteine; sie weisen optimale Quartiergröße auf und können bei Neu- und Umbau in die Fassade integriert werden. Ein wenig aufwändiger ist es, Quartiere individuell zu planen und in eine Neubaumaßnahme zu integrieren. Doch auch hierfür gibt es gelungene Beispiele. Nicht zuletzt bieten die meisten bestehenden Gebäude eine Möglichkeit, vom Menschen ungenutzte Bereiche – meist im Dach- und Dachtraufbereich – für Tiere zur Verfügung zu stellen.

Einbaustein fürGebäudebrüter - M. Emmermann
individuell geplanter Gebäudebrüter-Nistplatz (Planung: GWG München i.Z.m.AB Hechenbichler)
Bauanleitungen für Bastler gibt es im LBV Shop

Hier finden Sie eine Zusammenstellung der unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Gebäudebrüter und Fledermäuse:

Initiates file downloadWer wohnt wie am Haus? (PDF 15 kB)

Ausgezeichneter Artenschutz

Um die Schaffung neuer Quartiere bei Bürgern und Architekten anzuregen, zeichnet der Landesbund für Vogelschutz Gebäudebesitzer in Stadt und Landkreis München aus, die an ihrem Haus Artenschutzmaßnahmen umgesetzt haben. Mit der Plakette „Lebensraum für…“ bedanken wir uns für Ihre Bemühungen und möchten ein sichtbares Zeichen für alle Menschen setzen, wie wertvoll umgesetzter Artenschutz für den Erhalt unserer Stadtnatur ist. An Kirchengemeinden, die sich aktiv für den Artenschutz eingesetzt haben, vergeben wir die Plakette „Lebensraum Kirchturm“. Wenn Sie interessiert sind, senden Sie uns ein E- mail. Gelungene Umsetzungsbeispiele für neu geschaffene Quartiere finden Sie in der Beispielsammlung.

Die Plaketten „Lebensraum für…“ gibt es für viele Gebäude bewohnende  Tierarten. Sie werden vom LBV an Hausbesitzer verliehen, die an ihrem  Gebäude Artenschutzmaßnahmen umgesetzt haben.