Star (Sturnus vulgaris)

Männlicher Star beim Balzgesang - W. Borok

Geschäftig schreitet der Star über Park- und Gartenwiesen. Der Kulturfolger nutzt offene Grasflächen wie z.B. Stadtparks, Gärten, Rasenflächen oder Sportplätze zur Nahrungssuche. Hier sucht er, vor allem außerhalb der Brutzeit auch in größeren Trupps, nach Insekten, Würmern, Käfern, Spinnen und Sämereien. Im Spätsommer und Herbst werden Obst und Beeren bevorzugt. Immer öfter werden überwinternde Stare beobachtet, vor allem in Städten. Sie ernähren sich dann von Haushaltsabfällen oder besuchen Vogelfutterstellen. 

Auf den ersten Blick ähnelt der Star einem Amselmännchen, ist aber etwas kleiner als diese mit kürzerem Schwanz und metallisch glänzendem Gefieder. Vor allem im Herbst sind die vielen beigen bis weißlichen Flecken des „Schlichtkleides“ im Gefieder auffällig. Beim raschen, geradlinigen Flug wirkt die Flügelform der Stare dreieckig. Der gerade, spitze Schnabel ist ideal für die Nahrungssuche am Boden.

Männliche Stare im gepunkteten Schlichtkleid - W. Borok

Der männliche Star trägt seinen schwätzenden Gesang meist von einer erhöhten Warte aus mit weit gespreizten Flügeln und aufgestelltem Gefieder vor. Der Gesang selbst kann dabei sehr variabel sein – schnalzende, schnurrende, knackende oder ratternde Partien hat der Vogel genauso in seinem Repertoire wie die Imitation anderer Vogelstimmen. Sogar Geräusche, z. B. Handytöne oder Rasenmäher, werden nachgeahmt. 

Nistplatz

Junge Stare in Bruthöhle in einer wärmege-dämmten Hauswand - S. Weber
Starenkästen in einem Garten - S. Weber

Der Star legt seinen Nistplatz vor allem in Bäumen (Astlöcher, Buntspechthöhlen), Felshöhlen und –spalten oder Mauerlöchern an. Gerne nutzt er auch Nistmöglichkeiten an Gebäuden, beispielsweise Höhlungen in der Fassadendämmung, die von Buntspechten geschlagen wurden. Nistkästen werden sowohl an Gebäuden als auch an Bäumen angenommen. Sie sollten möglichst hoch hängen, ab 4 Meter Höhe. Eine Sitzstange vor dem Einflugloch ist nicht nötig, sie begünstigt sogar Übergriffe von Prädatoren, die die Nestlinge fressen. Ein weiter Überstand des Kastendaches bietet einen guten Schutz vor Übergriffen. Die Kästen müssen nicht gesäubert werden, das übernimmt das Starenmännchen im Frühjahr nach Wiederbezug selbst. 

Stare balzen zunächst an mehreren potenziellen Bruthöhlen. Dabei bewirbt das Männchen das mit etwas Pflanzenmaterial bestückte Nest mit seinem Gesang, letztendlich hat es bei der Nestwahl aber nicht sehr viel zu sagen – am Ende wählt allein das Weibchen die Nisthöhle. Ist es zufrieden, wird das anfänglich eingetragene Geäst wieder entfernt und die Höhle mit neuem Material ausgekleidet. Dabei verwendet der Star teilweise sogar frische Kräuter. Das hilft ihm, Milben und Bakterien zu bekämpfen und erhöht die Rate ausfliegender Jungvögel. Nistplatzkonkurrenz kann z.B. zwischen Star und Mauersegler auftreten. Besetzt ein Starenpärchen eine Höhle, ist diese für den Mauersegler vorerst verloren. Will man Brutplätze für Mauersegler sichern, muss man eine Starensperre einbauen. 

Die Brutzeit beginnt Anfang April (ausnahmsweise sogar schon Mitte Februar), in östlicheren und nördlichen Gebieten aber erst im Mai. Die Eier werden 11-13 Tage bebrütet und nach weiteren 17-21 Tagen sind die Jungen flügge. Im Gegensatz zur Nistplatzwahl geht die Brutpflege sehr gleichberechtigt vonstatten: Die Fütterung der Jungen teilen sich Männchen und Weibchen. Stare brüten 1-2mal im Jahr. Wird ein Gelege verloren, wird oft ein Ersatzgelege angelegt.

Gefährdung

Noch in den 1960er Jahren brüteten geschätzt zwischen 5.000 und 10.000 Stare im Münchner Stadtgebiet. In den darauf folgenden Jahren ging der Bestand an Staren in München aber stark zurück. Durch sanierungsbedingten Rückgang der Gebäudebrutplätze und immer weniger Insektennahrung findet der Star in München heute kaum noch eine ausreichende Grundlage zum Leben. In den ländlichen Gebieten der Peripherie ergeht es ihm nicht besser. Intensive Landwirtschaft verdrängt immer mehr beweidete Grasflächen und verringert die Insektenzahlen. Kein Wunder also, dass die Starenbestände sinken.

Schutz und Hilfe

Schutzstatus:    besonders geschützt gem. BNatSchG

 

Schutz- und Hilfsmaßnahmen für Stare:

1.      Höhlungen am Haus oder im Mauerwerk offen lassen

2.      Bauzeit während der Abwesenheit der Vögel 

3.      Auf Baustellen: Bruten zu Ende führen lassen, keine Störungen am Nest! 

4.      Anbieten von Nistkästen in geeigneter Lage 

Nistkästen für Stare sind im Fachhandel erhältlich, können aber auch leicht selbst gebaut werden. 


Wer ein Quartier für Stare schaffen möchte, sollte dabei beachten: 

Bevorzugte Gebäude Gebäude unterschiedlicher Höhe oder Bäume
Lage am Gebäude Nistkästen oder Niststeine an Wänden, unterm Dach oder an Bäumen; Nistkästen auch an langen Stangen. Ab 4 m Höhe 
Quartierstyp Höhlenbrüter
Platzbedarf bxhxt (cm) Mind.15x15x30 cm. Keine Stange vor dem Eingang!
Einflugöffnung (mm) d=45 mm 
Besondere Bedingungen Koloniebrüter
weitere Maßnahmen keine

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Projekt Artenschutz an Gebäuden

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80469 München

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