Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)

Hausrotschwanz. l: Männchen, r: Weibchen - A. Limbrunner

Kaum ein anderer Vogel ist so gut an das Großstadtleben angepasst wie der Hausrotschwanz. Ursprünglich in Felsregionen im Gebirge angesiedelt, hat es ihn mit der Zeit immer mehr in unsere Zivilisation gezogen. Das ist ja auch viel bequemer. Da er einen Lebensraum mit wenig Vegetation bevorzugt, gefällt es ihm gerade in der Innenstadt besonders gut. Insekten, seine Hauptmahlzeit, gibt es bei uns genug und im Sommer und Herbst greift er auch gerne zu Früchten und Beeren.

Der sperlingsgroße Vogel zeichnet sich durch seinen rostroten Schwanz und Bürzel aus, der sowohl Mänchen als auch Weibchen ziert. Während das Männchen ein anthrazitfarbenes bis schiefergraues Federkleid trägt, ist das Weibchen durchgehend graubraun. 

Als erfahrener Großstädter ist der Hausrotschwanz wenig scheu und ziert sich auch nicht, unter unseren interessierten Blicken zu jagen. Dies tut er von einer sogenannten Warte aus. Ein Ast, Zaunpfosten oder Ähnliches dient ihm als Aussichtspunkt, von wo aus er auf seine Beute hinabfliegt und sogleich wieder auf der Warte landet. Dabei ist das typische Schwanzzucken und Knicksen gut zu erkennen, das der unruhige Geselle ständig vollzieht. Und da der frühe Vogel bekanntlich den Wurm fängt, lässt das Männchen bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang seinen eigentümlichen Gesang verlauten: auf ein scheinbar mühsam gepresstes Krächzen folgt die eigentliche Gesangsstrophe. Vielleicht muss man sich erst einsingen, so früh am Morgen.

Hausrotschwanz bei der Fütterung in Niststein - Schwegler

Werden die Abende zu kalt, zieht der Hausrotschwanz für die kalten Monate in den Mittelmeerraum. Auf der faulen Haut liegt unser Sommergast dort allerdings nicht: Nach nur wenigen Monaten macht er sich im Januar schon wieder auf den Rückflug, den er in etwa zwei Monaten bewältigt. Bei 2.000 km eine beachtliche Leistung für dem zierlichen Reisenden! In milden Wintern überwintert er zunehmend auch bei uns.

Nistplatz

Als eigentlicher Felsbrüter nistet der Hausrotschwanz gerne in Nischen und Höhlungen an unseren Häusern. Auch eher ungemütliche Orte wie Rohbauten, Bahnanlagen oder Tiefgaragen nutzt er manchmal als Brutplatz. In die künstliche Felsnische wird ein Nest gebaut, in dem das Weibchen vorerst alleine vier bis sechs weiße Eier bebrütet. Erst zur Fütterung taucht der Vater wieder auf, der inzwischen unter Umständen eine Zweitfamilie gegründet hat. Als heimattreuer Vogel wird der Hausrotschwanz im folgenden Jahr zu seinem Brutort zurückkehren. Wer also Nistplätze für die fliegenden Untermieter anbietet, darf auf eine längere Nachbarschaft hoffen. Hausrotschwänze brüten zwei-, manchmal sogar dreimal im Jahr. Gebrütet wird dabei je 12 bis 17 Tage, nach weiteren 12 bis 19 Tagen verlassen die flüggen Jungen das Nest.

Schutz und Hilfe

Schutzstatus: besonders geschützt gem. BNatSchG 

Schutz- und Hilfsmaßnahmen für Hausrotschwänze:

1. Mauernischen oder Höhlungen im Mauerwerk offen lassen

2. Anbringen von sog. Halbhöhlen (Niststeinen) an Mauer und Hauswand

3. Nistbrettchen an Dachsparren befestigen, als Schutz gegen Nesträuber großmaschige Gitter oder Brüstungsbretter an der Frontseite anbringen. Es können auch sog. Nischenbrüterkästen aufgehängt werden

Die Halbhöhlen können selbst gebaut oder als Niststeine in Wände eingebaut werden, Nischenbrüterkästen sind im Fachhandel erhältlich

Selbstgebaute Halbhöhle mit Nistmöglichkeit für drei Brutpaare - A. Zanoli - Moller
Nisthilfe für Rauchschwalben, genutzt vom Hausrotschwanz - A. Zanoli - Moller
Selbstgebaute Halbhöhle mit Schutzgitter - A. Zanoli - Moller

Handelsübliche Fledermauskästen


Wer Nistmöglichkeiten für Hausrotschwänze schaffen möchte, sollte dabei beachten:

Bevorzugte Gebäude Gebäude mit Mauerwerk oder Dachsparren
Lage am Gebäude Mauernischen, Dachgiebel
Quartierstyp Halbhöhlen- und Nischenbrüter
Platzbedarf bxhxt (cm) Mind.14x16x12 cm 
Einflugöffnung (mm) Mind. 8x11cm 
Besondere Bedingungen Nestbau in 2 bis 6 m Höhe
weitere Maßnahmen

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Landesbund für Vogelschutz
Projekt Artenschutz an Gebäuden

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