Was sind Amphibien?

Mit seinem drehrunden Schwanz kann der Alpensalamander nur mehr schlecht schwimmen - Dr. E. Pfeuffer

Die ersten Wirbeltiere, die vor etwa 350 bis 400 Millionen Jahren an Land gingen, waren Amphibien. Sie besaßen zwar schon Gliedmaßen, mit denen sie sich an Land fortbewegen konnten, waren aber zur Fortpflanzung nach wie vor auf Wasser angewiesen. Auch bei den heute lebenden Amphibien ist das noch so, daher kommt auch der Name. Übersetzt man „amphibisch“ mehr oder weniger wörtlich aus dem Griechischen ins Deutsche müsste man „doppellebig“ sagen. Das Wort setzt sich zusammen aus „Bios“ = „Leben“ und „amphi“ = „auf beiden Seiten, beidseitig“. Amphibien sind also Lebewesen, die auf beiden Seiten (im Wasser und an Land) leben. Im Deutschen nennt man sie auch oft Lurche. Man unterscheidet zwischen den eidechsenartigen Schwanzlurchen (dazu gehören Molche und Salamander) und Froschlurchen (Frösche, Kröten und Unken), die als erwachsene Tiere keinen Schwanz mehr haben.

Anpassungen

Mit den Haftscheiben an den Zehen klettert der Laubfrosch sehr gut – P. Altrichter

Die erwachsenen Tiere sind recht gut an das Landleben angepasst, wenngleich ihre Haut leicht austrocknet, so dass sie immer wieder Wasser brauchen, das sie über die Haut aufnehmen können. Die Haut spielt auch eine Rolle bei der Atmung, wenngleich sie einen großen Teil des benötigten Sauerstoffs über ihre Lungen aufnehmen. Amphibien können also ertrinken!

Die Gliedmaßen sind mehr oder weniger gut für das Landleben geeignet. Die recht ursprünglichen Molche oder Salamander kommen auf ihren kurzen Beinen nur langsam voran, Frösche können dagegen oft meterweite Sprünge machen. Der kleine Laubfrosch besitzt an den Zehen Haftscheiben, mit denen er sehr gut klettern kann.

Molche verbringen viel Zeit im Wasser und jagen dort auch nach ihrer Nahrung. . Sie sind stumm. So verwundert es nicht, dass sie einen guten Geruchssinn haben, ihr Gehör jedoch kaum ausgebildet ist, Schallwellen werden wohl vor allem über Bodenschwingungen wahrgenommen

Bei Fröschen sieht man das Trommelfell hinter den Augen besonders gut - M. Bosch

Froschlurche hingegen rufen zumindest zur Paarungszeit. Dementsprechend gut hören sie, auch wenn sie noch keine hoch ausgebildeten Ohren besitzen, sondern nur Trommelfelle. Diese sieht man bei Fröschen sehr gut als große glasige Kreise hinter den Augen.

Amphibien sind wechselwarm, sind also von der Temperatur ihrer Umgebung abhängig. Im Winter erstarren sie weitgehend. Meist erfolgt die Überwinterung an Land in frostfreien Bodenverstecken.

Fortpflanzung

Für die Fortpflanzung sind fast alle heimischen Amphibienarten an das Wasser gebunden. Die Eier werden als Klumpen oder Ballen (Frösche, Unken), Laichschnüre (Kröten) oder einzeln (Molche) in meist stehenden Gewässern abgelegt und dort auch befruchtet. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Kaulquappen, die sich innerhalb der nächsten Woche im Wasser entwickeln. Sie haben Kiemen und einen Schwanz mit einem Flossensaum, der der Fortbewegung dient. Die Larven der Schwanzlurche ähneln dabei schon den erwachsenen Tieren, die der Froschlurche (Kaulquappen) ändern ihre Gestalt vor dem Landgang völlig. Äußerlich sieht man, dass sich die Beine bilden und der Schwanz kleiner wird. Gleichzeitig wird aber auch das Körperinnere zu großen Teilen umgebaut. Die Stellung der Augen ändert sich, die Lungen werden angelegt und der komplette Verdauungstrakt umgebaut. Während dieser Zeit können die Tiere keine Nahrung zu sich nehmen und so verwundert es nicht, dass die jungen Frösche (Hüpferlinge) beim Landgang oft kleiner sind, als zuvor die Kaulquappen.

Eine Ausnahmeerscheinung sind die, in München nicht vorkommenden, Alpensalamander. Hier entwickeln sich zwei Eier im Mutterleib, die Larven reifen dort innerhalb von zwei bis drei Jahren und kommen als fertig entwickelte Jungtiere zur Welt.

Knoblauchkrötenlarve und Teichmolchlarve. An den außenliegenden Kiemen kann man die Larven von Schwanz- und Froschlurchen gut unterscheiden - A. von Lindeiner