Amphibien entdecken und beobachten

In einem Kescher kann man Amphibien gut betrachten, ohne Sie zu verletzen – C. Köbele

Grundsätzlich ist es nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, wildlebende Tiere zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzten oder gar zu töten. Dies gilt auch für Wildtiere im eigenen Garten. Eine allzu strenge Auslegung dieses Gesetzes ist jedoch nicht praktikabel, so dass Sie sich nicht abschrecken lassen sollten, die Natur in Ihrem Garten zu erleben und auch mal – im besten Wortsinn – zu begreifen. Man kann sich ruhig einmal eine Kaulquappe in der Becherlupe oder einen Frosch im Kescher betrachten, sofern man die Tiere nicht schädigt und anschließend sofort dort wieder freilässt, wo man sie gefangen hat.

Tipps zum Entdecken

Die meisten Amphibien kann man auch mit genügend Abstand gut bestimmen. Die größere Schwierigkeit besteht darin, sie überhaupt zu entdecken. Amphibien sind mit ihrer weichen Haut recht verletzlich, viele Arten, wie Kröten oder Molche, sind gerade an Land auch sehr langsam. So verwundert es nicht, dass sie zahlreiche Fressfeinde haben, vor denen sie sich vor allem durch eine gute Tarnung zu schützen versuchen. Die meisten Arten sind zudem nachtaktiv. Hier seien einige Tricks verraten, die die Chance, Amphibien zu sehen, deutlich erhöhen:

Als wechselwarme Tiere, deren Haut nicht austrocknen darf, lieben Amphibien feuchte, nicht zu kalte Nächte. Es lohnt sich also durchaus, bei Nieselregen (große dicke Regentropfen mögen selbst Kröten nicht) nachts in seinen Garten zu schauen.

Mit einer lichtstarken Taschenlampe kann man nachts nicht nur das Ufer absuchen, sondern auch den Teich selbst. Gerade Molche kann man so gut beobachten, ohne dass sich der Tageshimmel an der Wasseroberfläche spiegelt.

Hören Sie hin! Außer bei den Molchen rufen bei allen Amphibien zur Paarungszeit zumindest die Männchen. Manche sehr laut, wie der kleine Laubfrosch, manche sehr leise, wie die großen Erdkröten. Die meisten Arten hört man jedoch nur nachts. Eine Ausnahme machen hier die Grünfrösche, die sich den Sommer über an und in den Teichen aufhalten und auch tagsüber großen Radau machen.

Oft werden Teiche nur zur Paarung und Eiablage aufgesucht. Besonders ausgeprägt ist dies bei Erdkröten oder Grasfröschen, die sich nur für wenige Tage im zeitigen Frühjahr an ihren Laichgewässern einfinden. Sonst findet man sie tagsüber in Mauerritzen, unter Totholzhaufen oder Bodendeckern, manchmal auch in Mauselöchern. Nachts gehen sie dann auf die Jagd nach Würmern, Insekten oder Schnecken. In einem naturnahen Garten kann man also auch ohne Teich recht häufig Amphibien finden.

Neben Becherlupe, Einmachglas und Kescher ist ein Fernglas eine gute Hilfe zur Bestimmung  von Amphibien. Gerade kleinere Gläser (8x21 oder 8x32) haben oft eine kurze Naheinstellungsgrenze von zwei bis vier Metern. Auf diese Entfernung sieht man die Tiere sehr groß, ohne sie zu stören oder gar zu verscheuchen. Nachts hält man die Taschenlampe mit den Daumen unter das Fernglas, so dass man das Sehfeld ausleuchtet. So sieht man auch mit einem lichtschwachen Fernglas alles taghell.

Hier finden Sie Hilfe zur Bestimmung von Amphibien.