Vogelschutz und Vogelkunde in München

Schwarzkehlchen - M.Waldhier

Mehr als 100 verschiedene Vogelarten brüten im Stadtgebiet München. Ihr Erfolgsrezept: Sie sind anpassungsfähig, reagieren unempfindlich auf Störungen und können sich gut verstecken. Doch zwei Grundbedürfnisse bereiten ihnen Schwierigkeiten: Weil die Stadt immer dichter besiedelt und bebaut wird, finden die Vögel weniger Möglichkeiten zum Nisten und ihr Futterangebot wird knapp. Viele Flächen sind versiegelt, Gärten und Grünanlagen überpflegt und oft eintönig bepflanzt. Dadurch fehlen Insekten, Sämereien von Wildkräutern und Wildgräsern, sowie Beeren und Früchte als Nahrung.

 

Wir vom LBV steuern gegen die zunehmenden Verluste von Lebensraum unserer heimischen Vögel. Wir setzen uns ein für mehr Natur in der Stadt, sei es auf dem Balkon eines Wohnblocks, im Garten oder in den städtischen Parkanlagen und Biotopflächen. Wir geben Tipps zur Gestaltung naturnaher Strukturen in der Stadt, stehen mit gutem Rat zur Seite wenn „Ihre“ Meise sich entscheidet, ausgerechnet im Briefkasten brüten zu wollen und haben ein Auge auf frühe Alarmsignale, wie auffällige Bestandsveränderungen bestimmter Vogelarten. Dabei können Sie uns helfen! Jedes Jahr im Winter und im Frühling führen wir großangelegte Zählungen unserer Gartenbesucher durch. Machen Sie mit bei der Stunde der Gartenvögel und der Stunde der Wintervögel!

Während unsere typischen Gartenvögel wie Amsel, Meisen und Grünfinken mit dem Leben in der Stadt in der Regel recht gut klarkommen, sind andere Arten, die speziellere Anforderungen an ihren Lebensraum stellen, mittlerweile oft in großer Not – und das landesweit. Besonders Vögel der offenen und halboffenen Landschaften, wie es sie im Münchner Norden noch als Reste ehemals ausgedehnter Heideflächen gibt, mussten und müssen zum Teil dramatische Bestandseinbußen hinnehmen. Braunkehlchen, Bluthänfling und Kiebitz, früher „Allerweltsvögel“, sind mittlerweile rar geworden. Nur der konsequente Einsatz für die wenigen verbliebenen Landschaftsflächen sowie für die schonende Bewirtschaftung der stadtnahen Agrarflächen kann diesen Arten den knapp gewordenen Lebensraum erhalten. Vogelschutz war früh eine der Triebfedern des Naturschutzes und der Umweltschutzbewegung. Er ist heute aktuell wie eh und je.

In seinem Artikel "Vogelschutz gestern - heute - morgen" fasst Dr. Norbert Schäffer die Anfänge und Perspektiven des Vogelschutzes in Deutschland zusammen. Den Artikel können Sie hier als Initiates file downloadpdf herunterladen (650 KB).