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Distelfalter (Vanessa cardui)

Für die Engländer sieht dieser Schmetterling aus wie eine geschminkte Dame – „painted lady“ nennen sie ihn. In Frankreich heißt er „la belle dame“. 

Zugvögeln vergleichbar fliegen diese Wanderfalter aus dem Mittelmeerraum zu uns. Ab Mitte Mai kann man sie in München beobachten. Viele ziehen nach Nordosten weiter, nur ein Teil pflanzt sich hier fort. Die (über-)nächste Faltergeneration macht sich schließlich zwischen August und Oktober wieder auf den Weg nach Süden. Winterliche Fröste können diese Falter nämlich nicht überstehen – auch nicht als Ei, Raupe oder Puppe. 

Im Mai 2009 hatte es einen Masseneinflug von Distelfaltern gegeben, der manchen Hobbygärtner eine Art Heuschreckenplage befürchten ließ. Doch derlei Sorgen waren unbegründet: Den Raupen schmecken lediglich Disteln, Brennnesseln und andere Wildpflanzen; die Falter saugen an Blüten oder Exkrementen. Distelfalter kann man auf verwilderten Ruderalflächen oder an strukturreichen Waldrändern finden; sie kommen aber auch zum Schmetterlingsflieder im Garten.

Siegfried Braun

Distelfalter Oberseite - Christine Neumann

Distelfalter Unterseite - Siegfried Braun