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Schlehe (Prunus spinosa), auch Schlehdorn oder Schwarzdorn

Im Winter wirkt dieser dornige Strauch eher nicht besonders einladend und schön anzuschauen, doch zu dieser Jahreszeit von April bis Mai erstrahlt er im schneeweißen Frühlingskleid und ist begehrt bei vielen Insektenarten. Zu anderen Jahreszeiten erfüllt die Schlehe wichtige Funktionen für verschiedene Vogelarten und deren Ansprüche.

Die Schlehe ist fast in ganz Deutschland verbreitet und auch  heimisch, so auch in München. Sie zählt zu der Familie der Rosengewächse und findet sich zumeist an Waldrändern und Hecken, aber auch auf Heideflächen, wie auf unseren Pflegeflächen in der Allacher Heide oder der Langwieder Heide. Die Sträucher lassen sich gut von anderen Arten unterscheiden, da die Blüten im Frühjahr vor den Blättern erscheinen. Die Schlehe kann sowohl auf nährstoffarmen, als auch auf nährstoffreichen Böden vorkommen.  Man findet sie auch häufig am Rand von landwirtschaftlichen Flächen. Die Art ist insgesamt anspruchslos und verträgt auch extreme Kälteperioden oder Trockenheit, bevorzugt tendenziell aber sonnige Standorte. Durch die Ausbildung von dichten unterirdischen Wurzelsprossen  kann die Schlehe beispielsweise Hänge vor Bodenerosion schützen und die dichten Gebüsche können Windenerosion entgegen wirken.

Die Schlehe gilt an den meisten Standorten als wahres Naturschutzgehölz und bietet vielen Vögeln durch ein dichtes, dorniges Strauchwerk Schutz für Nist- und Futterplätze. Hiervon profitieren Arten wie die Amsel, das Rotkehlchen oder der Neuntöter. Im Herbst und im Winter liefert die Schlehe dann Nahrung durch ihre Steinfrüchte. Sie ist aber auch gerade im Frühjahr durch die Blüten eine gute Nektarquelle für viele Insekten und besonders Schmetterlinge nutzen die Schlehe als Nahrungsquelle und zur Eiablage, wie z.B. der vom Aussterben bedrohte Schlehen-Herbst-Wollafter.

Aber nicht nur die Natur weiß die Schlehe zu schätzen. Die Schlehenfrüchte, verbleiben  häufig lange in den Winter hinein am Strauch und dienen somit nicht nur Vögeln als Nahrung. In der Küche wusste man die Früchte schon seit langer Zeit zu Schnaps, Marmelade oder Kompott zu verarbeiten. Gepflückt werden die bitteren, aber sehr vitaminhaltigen Früchte nach dem ersten Frost und schmecken dann etwas milder. Schon im Altertum nutzte man die Früchte und Blüten als Medizin mit schweißtreibender und abführender Wirkung. Der Name dieser vielseitigen Pflanze stammt ebenfalls aus dem Altertum und leitet sich von der alten germanischen Wortherkunft für „blau“ (althochdeutsch "slêha") ab.

Schlehe, Schlehdorn, Schwarzdorn (Prunus spinosa) ©Dr. Hagen Graebner/wikimediacommons

Schlehen-Herbst-Wollafter (Eriogaster catax) © Fturmo/wikimediacommons

Steinfrüchte der Schlehe © Kurt Stüber/wikimediacommons

Neuntöter (Lanius collurio) © Josef Schröpfer