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Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Vielerorts sieht man im Moment die Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) blühen. Wie der Name schon verrät, bringt die Pflanze in den Herbstmonaten ihre Blüten hervor. Zu diesem Zeitpunkt hat sie keine Blätter mehr, diese werden im Frühjahr zusammen mit den Früchten gebildet. Die im Frühjahr durch Photosynthese gewonnene Energie wird in einer unterirdischen Knolle gespeichert, aus welcher die Blüte im Herbst austreibt. Somit gehört die Herbstzeitlose zu den Geophyten, den mehrjährigen krautigen Pflanzen, die ungünstige Lebensbedingungen mit Hilfe unterirdischer Organe überdauern.

 

Die Herbstzeitlosen kommen meist auf frischen, nährstoffreichen Wiesen auf Lehm- und Tonböden vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mittel-, West- bis nach Südeuropa. Aufgrund ihrer Tritt- und Mahdempfindlichkeit findet man sie nur auf Wiesen, die maximal 2-3 Mal im Jahr gemäht werden. Dies ist auch der Grund für ihr Vorkommen auf heimischen Schutzgebietswiesen, welche schonend und meist erst spät gemäht werden. 

 

Der lateinische Name „Colchicum“  leitet sich ab von Colchis ab, einer Landschaft am Schwarzen Meer, welche der Mythologie zufolge als Heimat der Giftmischerin Medea galt. Sie gehört zu den stark giftigen Arten, das Gift ist vor allem in den Samen und Wurzeln enthalten. Deshalb wird die Pflanze auf Weide- und Heuwiesen auch durch eine frühe Mahd bekämpft. „Autumnale“ bedeutet herbstlich – die Benennung ist auf den späten Blütezeitpunkt zurückzuführen.

 

 

 

Mehrere Pflanzen in der Herbstblüte. (© E. Ehret)

Herbstzeitlose mit Frucht in der Mitte. (© LBV-Biotoppflege)

Die Pflanze in der Blüte mit 6 Blütenblättern. (© t.falberg)