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Das Gefleckte Johanniskraut (Hypericum maculatum)

Das Gefleckte (oder Kantige) Johanniskraut mit seinen goldgelben sternförmigen Blüten kann im Hochsommer wie viele andere Johanniskrautarten vielerorts blühend angetroffen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Johanniskraut-Arten sind die Stängel vierkantig.

 

Es bevorzugt Silikat-Magerrasen, Waldränder, Staudenflure und Moorwiesen mit eher feuchten und sauren Böden. Das Johanniskraut kommt nur auf Standorten mit extensiver Bewirtschaftung vor. Außerdem ist das Johanniskraut relativ resistent gegenüber Pflanzenschutzmitteln, weshalb es oft gespritzte Bahndämme besiedelt.

Die mehrjährige Staude wird bis zu 60 cm hoch. Für Insekten wie Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge bietet das Johanniskraut eine wichtige Nahrungsquelle.

 

Seinen Namen hat das Johanniskraut dem Blühbeginn am 24.06., dem Johannistag, zu verdanken.

Beim Zerreiben der Blüten entsteht eine blutrote Färbung der Finger durch das enthaltene Hypericin. In einigen Legenden spielt daher das „Johannisblut“ eine Rolle. Im Mittelalter sagte man dem Johanniskraut (auch Teufelsflucht oder Jageteufel genannt) Kräfte gegen Zauberei und den Teufel nach. Den Beschuldigten der Hexenprozesse wurde der Saft des Johanniskrautes verabreicht, damit sie bei der Folter die Wahrheit sagen sollten.

Bei der Verwendung von Johanniskraut bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. Sein Gehalt an ätherischen Ölen, Gerbstoffen und dem entzündungshemmenden Hypericin machen eine vielseitige Nutzung als Heilpflanze möglich. Heutzutage wird es u.a. als Wundheilmittel aber auch als Mittel gegen Verstimmungszustände in der Altersdepression verwendet.

 

In der Region München findet man außerdem noch häufig das Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum). Durch seinen runden Stängel ist es leicht vom Gefleckten Johanniskraut zu unterscheiden.

Habitus des Gefleckten Johanniskrautes (copyright: tigerente/commons.wikimedia.org)

Blüte des Johanniskrautes (copyright: sarefo/commons.wikimedia.org)

Fruchtstände des Johanniskrautes (copyright: Krzysztof Ziarnek/commons.wikimedia.org)

Tüpfel-Johanniskraut (Foto: A. Maron)