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Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

Die beliebte, in vielen Gärten vorkommende Zierpflanze Karthäuser-Nelke, hat eine weitreichende Geschichte. Carl von Linné nannte die Nelke Dianthus: gr. dios = des Zeus; gr. anthos = Blume, Blüte => göttliche Blume. Ein schöner Name für eine schöne Pflanze. Das fanden auch die Kartäusermönche. Das erste Eremitenkloster wurde in den Westalpen, zwischen Chambéry und Grenoble, erbaut und man pflanzte Nelken in den Klostergärten an. Von dort stammt auch eine gleichnamige Nelke. Allerdings ist noch unklar, ob es sich nicht hierbei auch um die als Gartenblume beliebte Bart-Nelke handelt. Im Jahre 1989 war die Kartäusernelke Blume des Jahres. Wie oben schon erwähnt, ist sie in sehr vielen Samenmischungen enthalten. Man sieht sie beispielsweise aber auch auf den Biotopflächen im Schwarzhölzl oder im Virginia-Depot. Ihre Lieblingsstandorte sind Magerrasen, Felsspalten, warme, offene, meist kalkreiche, stickstoffarme Böden und Trockenwiesen. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Süd-, West-, Ost- und Mitteleuropa, dazu die Türkei. In Nordamerika ist die Art ein Neophyt.

 

Die Karthäuser-Nelke blüht von Juni bis September. Meist sind zwei bis drei Blüten gleichzeitig offen, in der gesamten Blütezeit blühen aber insgesamt bis zu 20 Blüten an einer Pflanze. Die fünf rosa Blütenblätter, mit einem ungefähren Durchmesser von 1,5 cm, haben eine leichte Zeichnung und sind an den Außenränder leicht gezähnt. Die Schmetterlinge zählen zu den häufigsten Besuchern, da sie mit ihrem langen Rüssel am besten zu dem Nektar gelangen. Die Blüte hat zudem einen braunen Außenkelch, der die seitliche Nektarentnahme verhindert. Die Pflanze ist ca. 15 bis 45 Zentimeter hoch.

Sie bildet danach längliche, becherförmige Kapseln. Diese Kapseln bestehen aus vier nach außen gekrümmten Zähnen. Diese öffnen sich bei Trockenheit, schließen sich bei Nässe. In diesen Kapseln befinden sich flache, schalenartig geflügelte Samen. Die Samen lassen sich vom Winde verwehen oder sind auch an nassem Tierfell als blinde Passagiere. In Bayern steht die Pflanze auf der Vorwarnliste.

Blühende Karthäuser-Nelke © K. Raab

Sechspunkt-Widderchen auf verblühter Kathäuser-Nelke © K. Raab

Kathäuser-Nelke in einer Magerwiese © K. Raab