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Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)

Die auf den ersten Blick eher unscheinbare Blume offenbart nach näherer Untersuchung jedoch ihre große Bedeutung für Mensch und Natur. Wie schon ihr lateinischer Name „Sanguisorba“ (sanguis = Blut, sorbere = aufsaugen) verrät, wurde in der Volksheilkunde der Gerbstoff aus den Wurzeln der Pflanze zu Blutstillung genutzt. Auch in der Insektenwelt spielt das Rosengewächs eine wichtige Rolle: Für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist die Blume überlebenswichtig, da die Falter ihre Eier nur in die ungeöffneten Blütenköpfe des Großen Wiesenknopfes legen. Die geschlüpfte Raupe ernährt sich anfangs von der Pflanze und frisst in der Blüte. Dann lässt sie sich zu Boden fallen und von Ameisen der Gattung Myrmica in deren Bau transportieren, wo sie sich räuberisch von der Ameisenbrut ernährt. Im Gegenzug dafür und für den Schutz vor Fressfeinden liefert sie den Ameisen ein süßliches Sekret.
Die ausdauernde, krautige Pflanze kann eine Wuchshöhe zwischen 30 und 120 Zentimetern erreichen und zeigt in der Zeit in der Zeit von Juni bis September ihre dunklen, braunroten Blütenköpfchen. Der in Bayern zu den ungefährdeten Arten zählende Wiesenknopf bewohnt feuchte Moor- und Bergwiesen und zieht dort Insekten als Bestäuber an, kann sich jedoch auch spontan selbst bestäuben.

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Rotwanze an Großem Wiesenknopf - E. Ehret

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling an der Blüte des Großen Wiesenknopfes - U. Schwab

Optimaler Lebensraum: feuchte Hochstaudenflur am Bachrand - M. Schwibinger