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Stieleiche (Quercus robur)

max. Alter: 800 Jahre

Höhe: 20−35 m, max. 50 m

Vorkommen in München: typisch für die Reste von Münchens altem Lohwaldgürtel: Allacher Lohe, Angerlohe

Standort: liebt gut wasserversorgte und nährstoffreiche, tiefgründige Böden, kommt aber auch auf wesentlich nasseren (Hartholzaue) oder trockeneren Standorten vor

Besonderheit: neben der Rotbuche die forstlich bedeutendste Laubbaumart, Lohwälder dienten der Gewinnung von Gerbrinde (s.u.)

 

Genau hingeschaut

  • Blätter 5-15 cm lang, mit ovalem Umriss, größte Breite im oberen Drittel, Rand stumpf gelappt, Blätter ohne Stiel
  • Eicheln in Bechern zu 1-3 an langen Stielen (daher auch der Name Stieleiche), reife Eicheln hellbraun
  • Borke dick, tief längsrissig, graubraun

 

Hätten Sie’s gewusst?

Ein Eichenwald sicherte früher das Überleben: Er bot Bau-, Brennholz und Nahrung für Mensch und Tier. Das erklärt auch die große kulturhistorische Bedeutung der Eiche. Die Germanen weihten die Eiche dem Donner- und Kriegsgott Donar. Die alten Griechen verehrten die Eiche als Baum des Zeus, die Römer als Baum Jupiters. Im 18. Jahrhundert wurde die Eiche zum deutschen Wappenbaum, der Stärke, Kraft und Stolz symbolisiert. Auch heute noch sind auf den deutschen Centmünzen Eichenblätter abgebildet.

 

Unsere beiden in Mitteleuropa einheimischen Eichenarten Stieleiche und Traubeneiche zählen zu den aus ökologischer Sicht wertvollsten Baumarten: Schon 179 Großschmetterlingsarten sowie rund 1000 verschiedene Käferarten hat man an ihnen nachgewiesen. Viele dieser Arten sind monophag, das heißt sie können nur an der Eiche überleben und nicht oder nur begrenzt auf andere Baumarten ausweichen.

 

Münchner Geschichten

Friedrich Ludwig von Sckell (1750 – 1823) beeinflusste als bedeutendster Gartenkünstler seiner Zeit nicht nur die Gestaltung des Englischen Gartens, sondern wandelte auch den Nymphenburger Schlosspark in einen Landschaftspark nach englischem Vorbild um. Eichen schätzte von Sckell sehr, wie in seinem 1818 veröffentlichten Lehrbuch zur Gartenkunst deutlich wird. In Nymphenburg ließ er gezielt Alteichen als Gestaltungselemente stehen. Er pflanzte aber auch junge Eichen an, die – inzwischen selbst zu staatlichen Altbäumen herangewachsen – immer noch den Schlosspark prägen.

 

Naturdenkmal im Nymphenburger Schlosspark © G. Maier

Ungestielte Blätter + Gestielte Früchte © T. Staab

Eichelhäher mit Eiche © D. Hopf