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Hainbuche (Carpinus betulus)

Synonyme: Weißbuche, Hagebuche

max. Alter: 150 Jahre

Höhe: bis 25 m

Vorkommen in München: beigemischt in die Reste der alten Lohwälder (z.B. Angerlohe, Allacher Lohe), Parks, Grünanlagen, Gärten (Hecken)

Standort: nährstoffreich, gute Wasserversorgung, wärmeliebend; meist von der konkurrenzkräftigeren Buche auf schlechtere Standorte verdrängt

Besonderheit: Baum der Ebene und mittleren Gebirgslagen, schnittverträglich -> beliebte Sichtschutzhecke

 

Genau hingeschaut

  • Blatt spitz eiförmig, doppelt gesägt, 10−15 Paare unterseits deutlich hervortretende Seitenadern, längs der Seitenadern gefaltet
  • Hängende Fruchtstände mit dreilappig geflügelten Nüsschen
  • Stamm mit dicken, längs verlaufenden Wülsten; glatte, graue Rinde; im Alter kaum Borkenbildung

 

Hätten Sie’s gewusst?

Die Hainbuche wartet mit dem schwersten und härtesten Holz unter unseren einheimischen Baumarten auf. Es lässt sich nur schwer spalten, aber gut be- und verarbeiten.

Eine Hainbuche ist nicht so leicht kleinzukriegen. Dank ihrer hohen Regenerationskraft treibt sie nach dem Fällen rasch wieder aus. Damit war sie bereits im frühen Mittelalter ein klassischer Baum für die damals weit verbreitete Niederwaldwirtschaft, denn nicht jede Baumart kam mit dieser Bewirtschaftungsform zurecht: alle 10–40 Jahre wurden die Bäume geschlagen und trieben danach über Stockausschläge wieder aus. So entstand das typisch buschartige Aussehen dieser Waldform, die hauptsächlich der Brennholzgewinnung diente.

Trotz der Namensähnlichkeit sind Hainbuche und Rotbuche übrigens nicht direkt verwandt. Die Hainbuche gehört zur Familie der Birkengewächse, die Rotbuche zur Familie der Buchengewächse.

 

Münchner Geschichten

In München war früher weniger die Niederwaldwirtschaft verbreitet als vielmehr die Mittelwaldwirtschaft. Diese alte Bewirtschaftungsform ist in der südlichen Allacher Lohe noch zu erkennen: in der Unterschicht Hainbuche für die Brennholzerzeugung, darüber aber große Eichen, die der Eichelmast, der Gewinnung von Lohrinde und zur Bauholzproduktion dienten.

 

Naturdenkmal in Solln ©F. Lücke

Bätter ©R. Brode

Fruchtstand ©C. Geidel