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Gemeine Fichte (Picea abies)

Synonyme: Rottanne, Rotfichte

max. Alter: 600 Jahre

Höhe: bis 60 m

Vorkommen in München: Forstenrieder Park, Perlacher Forst, Parks, Grünanlagen, Gärten

Standort: geringe Wärme- und Nährstoffansprüche, aber gute Wasserversorgung wichtig

Besonderheit: guter Ertrag -> „Brotbaum“ der Forstwirtschaft, ursprünglich auf Mittelgebirge und Alpen begrenzt, auf ungeeigneten Standorten anfällig für Windwurf oder Schädigungen durch Insekten, zukünftig − auch wegen Anpassung an den Klimawandel – wird Fichtenanbau weiter abnehmen

 

Genau hingeschaut

  • Nadeln vierkantig und zugespitzt, ca. 3 cm lang, Verteilung am Zweig variabel: radial verteilt bis gescheitelt
  • Zapfen einjährig, Länge bis 20 cm, hängend; Achtung: weibliche Blüten, aus welchen die Zapfen entstehen, anfangs stehend
  • Ältere Bäume mit graubraun, schuppig abfallender Rinde

 

Hätten Sie’s gewusst?

Oh Tannenbaum – oh Fichtenbaum! Früher handelte es sich bei dem an Weihnachten feierlich geschmückten Baum meist gar nicht um eine Tanne, sondern um eine Fichte. Der Begriff Tanne wurde damals oft als eine Art Zusammenfassung wichtiger Nadelhölzer wie Fichte, Tanne und Kiefer verwendet.

Tanne und Fichte werden gerne verwechselt. Es gibt aber zwei einfache Unterscheidungsmerkmale:

1. Die Nadeln sitzen bei der Fichte auf einer Art kleinem Blattstielchen, die Nadeln der Tanne sind dagegen wie mit einem kleinen Saugnapf an den Zweig „gepfropft“.

2. Hängen die reifen Zapfen von den Ästen herunter, hat man eine Fichte vor sich. Stehen die Zapfen dagegen aufrecht, handelt es sich um eine Tanne.

Fichtenholz ist äußerst vielseitig verwendbar. Es ist mit Abstand das am meisten verwendete Bauholz in Deutschland. Ob Hausbau, Innenausbau, Papierindustrie, Spanplatten oder Spielwaren − die Fichte ist oft die Holzart der Wahl.

 

Münchner Geschichten

Nachdem nach Jahrhunderten ungeregelter Nutzung viele ursprüngliche Waldflächen verschwunden waren oder zumindest ihren Waldcharakter verloren hatten, zog man ab ca. 1800 die Notbremse. Auch in München versuchte man die Kahlflächen wiederaufzuforsten. Erste Wahl waren Eichen und Buchen, doch die starken Spätfröste auf der Schotterebene schädigten die Neuanpflanzungen. Wiederaufforstungen gelangen erst mit der Fichte und in der Folge entstanden die heute noch bekannten großen Nadelwälder im Süden von München.

 

 

Fichten im Forstenrieder Park mit darunter aufwachsende Buche ©F. Lücke

Fichtenzweig mit Nadelansatz ©F. Lücke

Reifer Fichtenzapfen am Baum ©H. Werth