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Feldulme (Ulmus minor)

Synonyme: Rotrüster

max. Alter: 400 Jahre

Höhe: bis 35 m

Vorkommen in München: beigemischt in Wäldern und Gehölzen, Solitärbäume in Parks und entlang von Straßen (z.B. Zenettistraße), Parks

Standort: bevorzugt nährstoffreiche Böden, z.B. in Laubmischwäldern oder entlang der Hartholzaue größerer Flüsse

Besonderheit: wird durch Ulmensterben stark dezimiert (s.u.)

 

Genau hingeschaut

  • Blatt breit-elliptisch, 4−12 cm lang, oberseits meist kahl, glänzend grün, einfach- bis doppeltgesägter Blattrand, Blattgrund ungleich (Erkennungsmerkmal für alle Ulmenarten), nie dreizipfelig (dann Bergulme!)
  • Zweige teils mit Korkleisten
  • tief längsrissige Borke, eichenähnlich

 

Hätten Sie’s gewusst?

Die Feldulme ist die einzige echte Münchnerin unter unseren Ulmen. Die ebenfalls hier vorkommenden Berg- und Flatterulmen wurden vor über 200 Jahren als Park- oder Alleebäume angepflanzt und sind anschließend verwildert.

Seit mittlerweile rund 100 Jahren kämpfen Berg- und Feldulme mit dem Ulmensterben. Ausgelöst wird es durch einen Pilz, der wiederum von zwei Käferarten, dem Großen und dem Kleinen Ulmensplintkäfer, übertragen wird. Eine erste Epidemie schwächte sich nach wenigen Jahrzehnten ab, doch mittlerweile führt eine aggressivere Pilzvariante fast immer zum Absterben des Baumes. Die Hoffnungen liegen aktuell einerseits auf der Flatterulme, da diese wesentlich seltener von den Käfern befallen wird, andererseits auf der Züchtung resistenter Ulmensorten.

Ulmenholz wird als Rüster bezeichnet. Es ist sehr dunkel, relativ hart und fand früher vielfältige Verwendung im Innen- und Außenbereich. Heutzutage ist Ulmenholz in größeren Dimensionen rar geworden und wird unter anderem für hochwertige Furniere und Möbel, aber auch für Drechslerarbeiten oder im Wasserbau verwendet.

Im Altertum war die Ulme Symbol für Tod und Trauer. So war sie dem Götterboten Hermes geweiht, der die Seelen der Toten in die Unterwelt geleitete.

 

Münchner Geschichten

Auch in München gibt es aufgrund des Ulmensterbens nur noch wenige alte, staatliche Ulmen. Solche finden sich zum Beispiel am südlichen Ende der Zenettistraße, nahe der Agentur für Arbeit an der Kapuzinerstraße oder am Viktualienmarkt an der Frauenstraße.

 

Alte Feldulme an der Zenettistraße ©F. Lücke

Zweig/Blätter ©F. Lücke

ungleicher Blattgrund ©F. Lücke