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Rabenschwarze Sensation in München

München Stadt und Land

Kolkraben brüten im LBV-Biotop! Sie sind die „großen Brüder“ der Krähen, aber deutlich seltener zu beobachten: Kolkraben, mächtige schwarze Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 150 cm. Brütende Paare gab es bislang nur vereinzelt am Stadtrand Münchens wie beispielsweise im Schwarzhölzl. Doch dieses Jahr gelangen erstmalig Brutnachweise im Stadtgebiet, und zwar in einem LBV-Biotop. Dass wir sie jetzt als Brutvögel in München haben, ist eine Sensation!

Der Rabe ist der größte Singvogel der Welt und übertrifft mit seinem Gewicht und seiner Körperlänge sogar den Mäusebussard. Die Brutnachweise sind ein Novum für München, denn zuvor waren in der Stadt keine Brutvorkommen bekannt. Kolkraben wurden bis in die 1940er Jahre intensiv bejagt und fast ausgerottet. Sie galten als Schädlinge in der Land- und Forstwirtschaft und hatten als aasfressende ‚Galgenvögel‘ ein schlechtes Image. Erst durch den gesetzlichen Schutz konnten sich die Bestände erholen. In Bayern geht man aktuell von 1.200 bis 1.500 Brutpaaren aus, die vor allem in strukturreichen offenen Landschaften und in den Alpen vorkommen.

Doch wie unterscheidet man Kolkraben von Saat- und Rabenkrähen? Raben sind gute 10 Zentimeter größer als Krähen und haben einen auffallend kräftigen Schnabel. Außerdem treten sie nicht im Schwarm, sondern meist als Paar auf. Anhand ihrer Rufe sind die Arten ebenfalls zu erkennen. Während Krähen „Kräh Kräh“ krächzen, rufen die Raben ein typisch grollendes „Krook Krook“, dem sie auch ihren Namen verdanken. 

Da Kolkraben genau wie die Krähen sehr intelligent sind, gehen wir von zunehmenden Bruten im Stadtgebiet aus. Haben die Raben einmal gemerkt, dass sie in der Stadt gut zurechtkommen und ihren Nachwuchs großziehen können, geben sie diese Information weiter. Ökologisch gelten Kolkraben als besonders wertvoll, weil sie Wühlmäuse oder Insekten in großen Mengen vertilgen und als „Gesundheitspolizei der Natur“ Aas und kranke Tiere beseitigen. Und: Wo Raben auftauchen, verschwinden Krähen. Sie sind einfach größer und stärker, da ziehen sich die kleineren Saat- und Rabenkrähen zurück.

Über unsere „rabenschwarze Sensation“ berichten auch BR, Abendzeitung und TZ..